Von Franz Hodjak

Es war eine Freundschaft, die bloß den Sommer über währte. Wie andere in den Urlaub fuhren, fuhr Gregor in diese Freundschaft, die ihn für all das entschädigte, was ihm der Rest des Jahres vorenthielt. Gregor lebte in einer mittelgroßen Stadt, wo jeder glaubte, er sei etwas Besonderes, und so war jeder auf seine Art im Grunde ein Einzelgänger. Unter lauter Einzelgängern blieb Gregor nichts anderes übrig, als selbst zum Einzelgänger zu werden. Es gab zwar Geheimnisse, die man hin und wieder voreinander lüftete, doch die waren meist unbedeutend und für eine Freundschaft entschieden zu wenig. Die Spiele, Kinobesuche oder Ausflüge, die Besuche in Museen oder Reisen in andere Städte, die man gemeinsam in der Freizeit oder an Feiertagen unternahm, machten es nur noch deutlicher, wie bestrebt jeder war zu zeigen, dass er anders sei als alle andern. In der Schule war sowieso jeder ein Einzelgänger, Schüler wie Lehrer. Wenn es hochkam, bildete man kleine Interessengemeinschaften. Der größte Einzelgänger aber war der Schulpförtner, der jede Gelegenheit wahrnahm, seine Bedeutung mit der des himmlischen Pförtners Petrus zu vergleichen. Dieser Größenwahn war nicht nur urkomisch, empfand Gregor, sondern auch typisch für die krampfhaften Bemühungen, etwas anderes zu sein. Sogar das Lachen jedes Einzelnen war von der Anstrengung geprägt, es anders zu tun als die anderen. Man war ebenso bestrebt, sich einen besonderen Gang, eine besondere Gestik, besondere Ticks und dergleichen einfallen zu lassen, durch die man sich auf entscheidende Weise von allen anderen abheben wollte. Jeder hatte es sogar geschafft, sich einen eigenen Akzent zuzulegen und einen eigenen Umgang mit der Sprache, so dass man schließlich niemanden mehr verstand. Dabei waren sie maßlos stolz, stolz auf sich und die Stadt, die sie in Anwandlungen von totalem Bewusstseinsschwund mit dem antiken Troja verglichen. Die gesamte Atmosphäre, die in Stadt und Schule herrschte, war in etwa vergleichbar mit der, die in einem schlechten Zirkus aufzukommen pflegt. Und so hießen die Lehrkräfte mit Spitznamen denn auch Nero oder Senfgas, Das Geisterhaus, Zamolxes oder Meister Jakob, Morgentau, Lavendel, Geschnetzeltes oder Prinzesskrapfen, die sie sich natürlich selbst gaben, denn auf solchen Unsinn wäre selbst der dümmste Schüler nicht gekommen.

In den Sommerferien fuhr Gregor zu seiner Großmutter, die in einer Stadt wohnte, welche in der Ebene lag. Der breite Fluss, der die Ebene durchzog, war das einzige, das weit und breit eine halbwegs geheimnisvolle Anziehungskraft besaß. Ansonsten war die Landschaft unsäglich traurig, unendlich weit, flach und öd, es gab nichts, was dem Blick irgendeinen Halt geboten hätte. Selbst die spärlichen Sträucher und Akazienbäume waren kleinwüchsig, krüppelig und verdorrt, und es schien, als seien sie nicht im Begriff zu wachsen, sondern machten, im Gegenteil, die gewaltigsten Anstrengungen und quälten sich ununterbrochen, immer kleiner zu werden, bis zum totalen Verschwinden. Vermutlich deshalb rückten hier die Menschen auch enger aneinander. Vielleicht aus einer gewissen Angst, dass sie, wenn sie die Wege allein gingen, unbemerkt im Himmel verschwinden könnten, in den hier alle Straßen mündeten, und nicht mehr zurückfänden. Einzelgängertum war hier geradezu gefährlich, ja fatal, ganz anders als in Gregors Heimatstadt. Diese war von hohen, rauhen, dicht bewaldeten und dunklen Gebirgszügen umgeben und lag in einer engen, hügeligen Talmulde, geduckt und zusammengedrängt. Zudem regnete es sehr oft, und die Sonne zeigte sich vergleichsweise selten. Häufig lastete ein dichter Nebel auf der Stadt, und durch die eingeschränkte Sicht schienen die Häuser noch näher zusammengerückt zu sein. Die Gässchen waren klein, eng, gewinkelt, und wenn man sich in diesen schmalen Gassen begegnete, wurde es noch enger, ja geradezu bedrohlich.

Gern fuhr Gregor in den Sommerferien zu seiner Großmutter, da war nicht nur genügend Platz für Freundschaften, sie waren geradezu eine Notwendigkeit, damit man nicht so verloren herumstände in dieser bis weithin sichtbaren Unermesslichkeit. Schräg gegenüber von Großmutters Haus wohnte ein Junge, der nur ein Jahr älter war als Gregor. Bernhard, der Nachbarjunge, mit äußerst melancholisch Zügen, hatte keine besonderen Interessen, er war einfach neugierig auf alles und offen für das, was kommen würde, was auch immer es sein mochte. Er hielt es nicht für angebracht, sich auf irgendetwas festzulegen, dafür sei es noch früh, und überhaupt war ihm das zu wenig, bloß zwischen zwei Möglichkeiten wählen zu können. Um zu wissen, wofür er sich entscheiden würde, brauchte er entschieden mehr Möglichkeiten. Er meinte, wo es zwei Möglichkeiten gäbe, sei sicher auch eine dritte, vierte oder sogar siebente Möglichkeit vorhanden, man müsse sie nur finden. Ich bin noch in der Phase des Suchens, pflegte er zu sagen, wenn andere behaupteten, sie würden Bäcker werden oder Arzt oder Fußballspieler oder Lokführer oder Detektiv. In jeder nur denkbaren Lage verhielt er sich zögerlich, abwartend, weil er stets vermutete, dass er das, wofür er sich entscheiden sollte, noch gar nicht kannte. Das imponierte Gregor. Und da seine Eltern arm waren, verrichtete Bernhard die Arbeit des Latrineleerens selbst, worauf er besonders stolz war, da er unter allen Kindern der Einzige war, der das machen durfte. Das beeindruckte die andern selbstverständlich maßlos, weckte jedoch auch ihren Neid, und um sie versöhnlich zu stimmen, ließ er sie gegen eine kleine Bezahlung mitmachen, wobei sich oft so viele einfanden, dass er sich, nachdem er die nötigen Anweisungen erteilt hatte, überflüssig fühlte und sich ins Gras legte, den Himmel anstarrte, rauchte und träumte. Wenn genug Geld zusammenkam, genehmigte er sich auch ein kühles Bier.

Gregor verband mit Bernhard eine große Freundschaft, mehr noch, Gregor vergötterte Bernhard geradezu. Das einzige, was ihn an Bernhard störte, war, dass dieser, wenn er ihn morgens abholte, nie fertig war, da er immer viel zu viel Zeit für seine Morgentoilette brauchte. Dann pflegte Gregor zu sagen, du Bernhard, lass das, du fummelst so lange an dir herum wie eine alte Hure. Ach, weißt du, Gregor, sagte Bernhard stets, Frauen finden Männer nur dann erotisch, wenn diese viel Geld haben, und das habe ich leider nicht. Dafür aber habe ich eine stramme Frisur. Und während er schnell noch einen letzten Blick in den Spiegel warf, sang er stets, o Tannenbaum, o Tannenbaum, warum bist du kein Apfelbaum.

Schon sehr früh am Morgen gingen sie angeln zu den Seen, die jedes Frühjahr, wenn der Fluss über die Ufer trat, reichlich mit Fisch gespeist wurden. Sie waren keine leidenschaftlichen Angler, vielmehr faszinierte sie das dichte Schilf und das hier etwas üppiger wachsende Gestrüpp, wo sich, wie man erzählte, unheimliche Dinge abspiel- ten. Ein Wassergeist treibe dort sein Wesen, und die Russen würden Frauen aus der nahen Konservenfabrik dorthin verschleppen, um sie zu vergewaltigen. Stundenlang schlichen sie auf dem Bauch durch diese kleine Wildnis, überzeugt, den Geheimnissen bald auf die Spur zu kommen. Dabei kamen sie sich unwahrscheinlich wichtig vor, weil sie es ja sein würden, die endlich Licht ins Dunkel brächten, davon könnte sie auch die größte Gefahr nicht abhalten. Auch der Bahnhof, ein wichtiger Knotenpunkt, war ganz in der Nähe, und oft gingen sie hin, um die Fahrgäste zu bestaunen, die ja alle aus einer anderen Welt kamen und hier bloß umstiegen, um ihre Reise in andere Welten fortzusetzen. Oft pressten sie auf dem Bahndamm ihre Ohren an die Gleise, wo eine leicht vibrierende Melodie den Zug schon aus weiter Ferne ankündigte. Bernhard hatte es im Laufe der Zeit sogar fertiggebracht, durch die wechselnde Intensität und Beschaffenheit dieser Melodie die Verspätungen der Züge ziemlich genau zu bestimmen. Aber das war noch nicht alles. Er konnte die Melodie der Schienenstränge sogar nachsingen, mit allen Varianten der Verspätungen, die er gravitätisch Variationen auf die herannahenden Züge nannte. Um die Angeln brauchten sie sich nicht zu kümmern, denn wenn ein Fisch angebissen hatte, hing er fest. Es waren hauptsächlich Karpfen in den Seen, ein Fisch, der äußerst träg ist, und hatte dieser einmal richtig zugebissen, versuchte er nur ganz selten, sich von der Angel wieder loszureißen. Er wartet geduldig und blöd, bis wir kommen, pflegte Bernard zu sagen. Auf dem Weg, der an großen Gemüsefeldern, Obstgärten und Maisfeldern vorbeiführte, holten sie sich jeden Morgen frische Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Paprika, aus denen ein Salat zum gebratenen Fisch zubereitet wurde. Das sei doch kein Diebstahl, versuchte Bernhard Gregor jedes Mal zu beruhigen, wenn diesen das schlechte Gewissen plagte, und er meinte, sie würden schließlich nur einen kleinen Teil des Teils holen, der ihnen zustehe. Der Boden sei doch enteignet worden, damit die Früchte fortan allen gehörten und alle etwas davon hätten, besonders auch diejenigen, die so wie sie kein Geld hätten. Vor allem aber würden sie nicht ernten, um zu verkaufen und sich zu bereichern, sondern sich bloß so viel nehmen, wie viel sie zum Eigenbedarf dringend nötig hätten, um nicht zu verhungern, und das sei doch völlig legal.

Wenn es regnete, spielten sie meist Menschärgredichnicht in Bernhards Küche, wo sie sich an solchen Tagen aufhielten. Dort fühlten sie sich restlos glücklich, weil in der Küche immer ein heilloses Durcheinander herrschte. Diese war sozusagen zum Inbegriff der Freiheit geworden, vor allem auch, da Bernhards Eltern bis spät abends arbeiteten und also niemand da war, der sie auf irgendeine Weise hätte belästigen können.

Alles, was sich außerhalb eines halbwegs undurchschaubaren Chaos abspielte, empfanden sie als Zwang, und diese Küche war leider das einzig wirkliche Chaos, das sie weit und breit ausmachen konnten. Ansonsten gab es als Alternative zur Ordnung bloß die Unordnung, die ja genau so unspektakulär war wie die Ordnung selbst und ebenso ein tödliches Medium für Geist und Phantasie abgab. Mariana, die auch in der Nachbarschaft wohnte und etwa gleichaltrig war, spielte dann mit. Sie war sehr schön, dunkelhäutig und strohblond, und behauptete stets, sie sei das Kind eines deutschen Soldaten, der sie im Krieg auf dem Rückzug gezeugt hätte, und es dauere nicht mehr lange, bis ihr Vater sie und ihre Mutter nach Deutschland hole. Mariana wollte immer mit zu den Seen, wo ja das blanke Abenteuer umging, an dem sie natürlich auch teilhaben wollte, doch Bernhard ließ das nie zu, er behauptete, das sei zu gefährlich für sie, sie sei noch zu klein. Und da Bernhard, um Mariana zu trösten, ihr einmal versprochen hatte, sie könne, wenn sie etwas größer sei, selbstverständlich mitkommen, wartete sie jeden Tag vor dem Tor und fragte, ob es nun schon so weit und sie groß genug sei, um mitgehen zu können in die große, weite Welt. Und wenn Mariana vor dem Tor stand, weitete etwas ihre Augen, das heller war als die brennendste Sehnsucht. Doch jedes Mal winkte Bernhard gnadenlos ab. Und wenn Mariana nicht aufhören wollte zu betteln und ihm zu erklären, dass sie schon erwachsen genug sei, drohte Bernhard, allen Leuten zu erzählen, dass sie eine Faschistin sei, was Mariana stets in Angst und Schrecken versetzte, und das umso mehr, als sie gar nicht wusste, was das wirklich war. So war Mariana stets froh, wenn es regnete und sie mit Bernhard und Gregor in der Küche sitzen und Menschärgredichnicht spielen durfte. Einmal, sie mussten etwa neun Jahre alt gewesen sein, unterbrach Mariana brüsk das Spiel, warf sich auf einen Sack mit Maiskolben, der in der Ecke neben der Speisekammer lag, hob ihr Kleid hoch, unter dem sie kein Höschen trug, und forderte Bernhard auf, sie zu vögeln. Bernhard gehorchte, obwohl die Aufforderung wie ein Blitz aus heiterem Himmel kam. Nach geraumer Zeit, in der er sich sichtlich gequält hatte, stand er auf, zog Gregor zur Seite und flüsterte ihm zu, er möge es an seiner Stelle versuchen, da er selbst den Reißverschluss nicht aufbekomme, das sei ein verflixtes Ding. Er klärte Gregor noch schnell auf, dass jedes weibliche Geschlecht einen Reißverschluss besitze, den es zu öffnen gelte. Um nicht wie ein Trottel dazustehen, machte sich Gregor an die Arbeit, obwohl er sich in Grund und Boden schämte, weil er noch kein Schamhaar hatte. Mariana hatte im Prinzip nichts dagegen, gestand aber, dass sie es lieber mit Bernhard getrieben hätte. Sie log natürlich, und zwar so gut, dass Bernhard sich sofort geehrt und geschmeichelt fühlte. Denn ursprünglich hatte sie den Wunsch verspürt, mit Gregor zu vögeln, nicht mit Bernhard, doch sie hatte Bernhard aufgefordert, es zu tun, in der heimlichen Absicht, ihn dadurch etwas versöhnlicher und letztendlich gnädig zu stimmen. Jetzt aber war sie heilfroh, dass alles so glimpflich ausgegangen war, glimpflicher, als sie es sich hätte vorstellen können, und dass sie doch noch auf ihre Rechnung kam, ohne dabei Bernhard beleidigt zu haben. Denn vor nichts hatte sie mehr Angst, als Bernhard zu beleidigen. Während nun Gregor auf Mariana lag, suchte er immer wieder den Reißverschluss, doch im Gegensatz zu Bernhard, der ihn bloß nicht öffnen konnte, fand er ihn nicht einmal. Er fummelte endlos an Marianas Geschlecht herum, verzweifelt bemüht, den Reißverschluss doch noch zu finden, um zumindest zu versuchen, ihn zu öffnen. Je mehr Zeit verging, umso nervöser wurde er, und er glaubte, dass er den Reißverschluss deshalb nicht finde, weil er immer nervöser wurde. Er versuchte, sachlich zu bleiben und in aller Ruhe zu suchen, doch es gelang ihm nicht. Vor Panik geriet er ins Schwitzen, und schließlich überkam ihn so etwas wie Todesangst. Während er weiter suchte, schämte er sich maßlos, dass er ein noch größerer Trottel war als Bernhard, der zumindest wusste, wo der Reißverschluss war. Bernhard, dem natürlich nicht entgangen war, dass auch Gregor sich vergeblich abmühte, sah dem Treiben entsetzt zu. Er empfand das als eine noch größere Blamage, dass nicht nur er, sondern auch Gregor unfähig war, diesen verdammten Reißverschluss aufzukriegen. Zum Glück hatte es aufgehört zu regnen, und Bernhard meinte, sie hätten keine Zeit mehr zu verlieren, sie müssten nun dringend aufbrechen zu den Seen, denn die Aufgaben, die dort auf sie warteten, seien äußerst dringend und duldeten keinen Aufschub mehr.

Den Weg legten sie schweigend zurück. Gregor hatte auch keine Gewissenbisse mehr, als sie sich wieder ihren Teil an Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Paprika von den Feldern holten. Bernhard brach auch einige Maiskolben in einem Maisfeld, um sie später auf der Glut zu braten. So eine Nachspeise bräuchten sie jetzt, die tue ihnen gut, Mais, vor allem gebratener, sei gut gegen jede Art von Exzessen und Depressionen. Ein großer Regenbogen spannte sich über die Seen, und die Wachteln schlugen vor Freude Purzelbäume in der klaren Luft. Sie begegneten dem dozierenden Markus, dem berühmten Stadtnarren, der wieder auf dem Weg zum Bahnhof war, dem einzigen Ort, wo er wirklich willkommen war, weil er den Reisenden mit seinen Vorträgen über das Wesen der Grenzen, die dazu da seien, noch dichter gemacht zu werden, die Wartezeit verkürzte. Er hielt immer Vorträge, selbst wenn er allein war, und auch jetzt unterbrach er sich nur kurz, um Bernhard und Gregor zu grüßen. Teilnahmslos nahm Gregor all das wahr. Bei den Seen angekommen, brach Gregor sein Schweigen und gestand Bernhard, dass er mit dieser Schmach nicht mehr leben könne und sich deshalb morgen, spätestens übermorgen aufhängen werde. Die Frage sei nur noch, wo er das am besten bewerkstelligen könne, auf einem Baugerüst, an einem Telegrafenmast oder etwa unter einer Brücke. Vielleicht falle ihm ja auch etwas noch Originelleres ein. Gregor war maßlos gereizt, er ärgerte sich, dass es in diesem blöden Flachland nicht einmal etwas Vernünftiges, Ordentliches gab, woran man sich ohne Mühe und in allen Ehren aufknüpfen konnte. Ein Baum sei zu banal, behauptete er. Das Leben, fügte er bitter und resigniert hinzu, sei sowieso banal genug, nun müsse es nicht auch noch der Tod sein. Das sei der reinste Unsinn, meinte Bernhard, es gebe schließlich viel wichtigere Geheimnisse auf der Welt als das Geheimnis eines Reißverschlusses.

Franz Hodjak wurde 1944 in Hermannstadt/Sibiu (Siebenbürgen/Rumänien) geboren. nach dem Studium der Germanistik und Rumänistik in Klausenburg/Cluj (1965–1970) wirkte er bis zu seiner ausreise in die Bundesrepublik im Jahr 1992 als Lektor bei der deutschsprachigen Abteilung des Dacia Verlags in Klausenburg. Er lebt heute als freiberuflicher Autor in Usingen bei Frankfurt. Franz Hodjak zählt zu den produktivsten und erfolgreichsten deutschen Gegenwartsschriftstellern in und aus Rumänien. Er veröffentlichte Gedichte, Erzählungen, Romane, Kinderbücher, Aphorismen sowie ein Monodrama und übersetzte bedeutende rumänische Autoren, u. a. Adrian Popescu, Ion Barbu, Urmuz, Eugen Jebeleanu und Ana Blandiana, ins deutsche. Sein Werk wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien Das Ende wird Nabucco heißen. Erzählungen (2014). Am 27. September feierte Franz Hodjak seinen 70. Geburtstag. die Redaktion der Spiegelungen gratuliert herzlich.

Zuerst erschienen in: Spiegelungen. Zeitschrift für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas, Heft 1 (2014), Jg. 10 (64), Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, S. 95–99.