Auf dem Weg zur Bushaltestelle postulierte Emmi, der es gar nicht passte, dass sie dort Frau Fuchs übergeben werden sollte, die sie in den Kindergarten und Tomi in die Schule bringen würde: Frau Fuchs ist eine Hexe!
Aber Emmi, tadelte Marie ihre Tochter, wie kannst du so etwas nur sagen?
Marie war froh, dass sie mit einer Mutter aus der Nachbarschaft, die ein Kind in Tomis Klasse hatte, Siegfried, genannt Siggi, hatte vereinbaren können, dass sie die Kinder abwechselnd in die Schule und in den daneben liegenden Kindergarten brachten und abholten. Das bedeutete für Marie eine große Zeiteinsparung, die an manchen Tagen, wenn Frau Fuchs beide Wege übernahm, mehr als vier Stunden betrug. Für den Weg in die deutsche Schule brauchten die Kinder vom Stadtrand, wo sie wohnten, bis in die Stadtmitte, wo die Schule lag, eine Stunde, mit dem Rückweg waren es für die Betreuer zwei Stunden, und natürlich mussten die Kinder auch wieder abgeholt werden. Wenn Frau Fuchs Marie einen Weg ersparte, erteilte Marie als Gegenleistung Siggi Nachhilfeunterricht, denn der Junge hatte eine Lernschwäche und konnte auch in der dritten Klasse weder lesen noch schreiben.
Warum hat Frau Fuchs nur einen Zahn im Mund, bohrte Emmi weiter.
Weil sie kein Geld für den Zahnarzt hat, sagte Marie, und auch aus anderen Gründen, die ich nicht kenne.
Frau Fuchs gehörte zur deutschen Minderheit, und so kam Siggi auf Grund seiner Herkunft in diese Schule, die hauptsächlich von Kindern gebildeter und oft auch betuchter Rumänen besucht wurde, die alle Hebel in Bewegung gesetzt hatten, um ihren Kindern eine fiktive deutsche Herkunft zu beschaffen und ihnen auf diese Weise den Besuch einer guten Schule und das Erlernen der deutschen Sprache zu ermöglichen. Siggi konnte kaum Deutsch, aber seine Eltern weigerten sich, ihn auf eine rumänische Schule in der unmittelbaren Umgebung der Wohnung zu geben, denn sie dachten ans Auswandern und darum sollte Siggi in der Schule Deutsch lernen. Deshalb nahmen sie den langen Schulweg auf sich. Zu Hause sprach die Familie Rumänisch. Siggi und seine Geschwister waren in der rumänischen Kinderkrippe gewesen, und die Freunde im Umfeld ihres Wohnblocks sprachen ebenfalls nur die Landessprache. So hatten sie sich allmählich vom Deutschen entfernt und Siggi, der Jüngste in der Familie, antwortete auf jede Frage, die die Lehrerin oder Marie auf Deutsch stellten, immer mit einem strahlenden Lächeln und mit Ja oder Nein. Wo ist dein Heft? Ja! Wann kommt deine Mutter dich abholen? Nein! Zeig mir dein Heft! Ja! Wo ist deine Schultasche? Nein!
Marie, Emmi und Tomi standen eine Weile in der Haltestelle. Tomi spielte an den Knöpfen seiner Jacke und murmelte einen Abzählvers: Sie kommt, sie kommt nicht, sie kommt, sie kommt nicht, und Marie wurde nervös, denn es sah tatsächlich so aus, als ob Frau Fuchs und Siggi nicht mehr kommen würden. Sie sah auf die Uhr. Noch fünf Minuten Auf und Ab in der Haltestelle, danach würde sie die Kinder selbst in den Kindergarten und in die Schule bringen. Länger konnte sie nicht warten. Die nächsten Busse steckten nämlich, wenn sie überhaupt kamen, an der Kreuzung Strada Știrbei Vodă/Calea Victoriei fest, denn um dieselbe Zeit fuhr Ceaușescu an den Werktagen auf der Calea Victoriei zur Arbeit und der gesamte öffentliche und private Verkehr wurde lahmgelegt, bis der Präsident ungehindert und sicher die gewöhnlich vielbefahrene Straße passiert hatte. Die Kinder mussten die Calea Victoriei vor dem Präsidenten überqueren, sonst kam Tomi zu spät in die Schule und musste mit der Schultasche auf dem Rücken den Rest der Stunde im Stehen neben der Tür verbringen. Marie hatte sich deswegen schon beschwert, aber die Lehrerin hatte ihr erklärt, dass Kinder mit einem langen Schulweg in der Regel pünktlich seien, während Kinder aus der Stadtmitte, die zu Fuß zur Schule kämen, sich sehr oft verspäteten, weil sie oder ihre Begleitpersonen, Eltern, Großeltern oder Hausmädchen, trödelten. Ihretwegen hatte die Lehrerin die Strafe eingeführt. Gründe gab es genug, zu spät zu kommen. Ausnahmen gab es keine. Deutsche Disziplin, oder was man hier darunter verstand, sie galt für alle. Man musste sich nur zeitig auf den Weg machen, Widrigkeiten mitrechnen, und ein jeder hatte die Möglichkeit, pünktlich zu sein.
Als der Bus kam, stieg Marie mit den Kindern ein. Sie fuhren vierzig Minuten, danach mussten sie zwanzig Minuten zu Fuß gehen und drei große Straßenkreuzungen queren. Im Schulhof wechselte Marie noch ein paar Worte mit einer Mutter, deren Sohn Tomi auf seinen Geburtstag eingeladen hatte, und als sie die Schule verlassen wollte, um Emmi in den Kindergarten zu bringen, stieß sie auf Frau Fuchs, die mit Siggi an der Hand eilig, ganz verschwitzt, auf die Schule zusteuerte.
Was ist denn passiert, fragte Marie, dass Sie so spät kommen? Wir haben ziemlich lange auf Sie gewartet.
Frau Fuchs sandte ihr einen Verständnis heischenden Blick, sah von Siggi zu Emmi und zu Marie und sagte schließlich entschuldigend: Siggi musste noch kacken!
Siggi wird jeden Morgen kacken müssen, dachte Marie, und ich werde ebenfalls jeden Morgen nervös in der Haltestelle auf und ab rennen und die Kinder dann selbst herbringen. Auch zu Mittag konnte Frau Fuchs die Kinder nicht abholen, denn sie hatte mit Hans, dem älteren Sohn, der am Nachmittag zur Schule ging, einen Arzttermin.
Marie ging mit Emmi in den Kindergarten und beschloss, den Vormittag im Stadtzentrum zu bleiben und die Lebensmittelgeschäfte abzuklappern, die besser versorgt waren als jene am Stadtrand, und es gelang ihr tatsächlich, allerdings mit Schlangestehen, ein Kilo Hartkäse der Marke Dobrogea, eine absolute Delikatesse, zu erstehen, dazu zehn Eier und einen Becher Sauerrahm. So gesehen war ihr Vormittag trotz des Zeitverlusts von Erfolg gekrönt, und sie ging gegen zwölf Uhr ziemlich zufrieden in den Kindergarten, um Emmi abzuholen.
Emmi band sich umständlich die Schnürsenkel, suchte nach ihrer Kindergartentasche, verabschiedete sich noch einmal von der Kindergärtnerin und als sie dann endlich gingen, und Marie wie jeden Tag fragte, wie es im Kindergarten gewesen sei, begann Emmi ihr eine noch nie gehörte Geschichte zu erzählen, die sie sehr beschäftigte. Sie hatte sie im moral-politischen Unterricht gehört:
Ein Mann, der an einem großen Zementofen – sooo groß wie der ganze Kindergarten – arbeitete, der wollte nach der Arbeit rasch nach Hause gehen, denn seine kleine Tochter hatte Geburtstag. Auf dem Weg zum Werktor hörte er aus dem Lautsprecher einen Aufruf an alle, die einen Zementofen reparieren konnten, sie sollten zurückkommen, denn eine Mauer des Ofens war eingestürzt und zehn Tonnen Zement mussten gerettet werden.
Der Mann dachte zuerst an den Geburtstag des Töchterchens, er ging aber trotzdem an seinen Arbeitsplatz zurück, reparierte den Ofen und rettete den Zement.
Nachher fuhr er in die Stadt, kaufte eine große, blonde Puppe und eine Schachtel Bonbons. Zu Hause wartete seine Tochter auf ihn. Sie hatte die Geburtstagstorte noch nicht angeschnitten, und sie feierte mit dem Vater den Geburtstag.
Ich hätte es genauso gemacht, schloss Emmi die Geschichte.
Die Kindergärtnerin habe die Kinder gefragt, was der Mann hätte tun sollen? Den Ofen reparieren oder lieber nach Hause gehen?
Nach Hause gehen! hätten die Kinder im Chor gerufen.
Darauf habe die Kindergärtnerin den Kindern erklärt, dass der Mann vom Vaterland und vom Betrieb gebraucht wurde, dass er die Pflicht hatte, den Ofen zu reparieren und den Zement zu retten. Danach habe sie noch einmal gefragt, was der Mann habe tun sollen: Nach Hause gehen oder den Ofen reparieren?
Den Ofen reparieren! hätten die meisten gerufen.
Aber einige wenige Kinder hätten es lieber gehabt, dass der Vater mit dem Geschenk früher nach Hause gekommen wäre, und sie sagten es auch.
Marie wollte Emmi die Freude an der Geschichte nicht verderben und lobte das Kind, weil es sie so schön erzählt hatte, aber sie konnte sich trotzdem eines Kommentars nicht enthalten.
Natürlich sei es für das Kind schöner, wenn der Vater am Geburtstag zeitig nach Hause käme, sagte sie, und grundsätzlich könne man den Geburtstag auch nachfeiern. Ob man einen Zementofen überhaupt so schnell reparieren könne? Außerdem hätte der Vater die Geschenke schon früher besorgen können.
Emmi stimmte ihrer Mutter zu und nahm sich vor, ihre Erzieherin am nächsten Tag zu fragen, warum der Vater die Geburtstagsgeschenke nicht schon früher gekauft hatte. Das wäre nämlich besser gewesen.
Sie waren auf dem Weg in die deutsche Schule, um Tomi abzuholen. Es hatte schon zum Unterrichtsschluss geläutet, als sie ankamen, und die Schüler der kleinen Klassen rannten im Hof herum, spielten Fangen oder standen dicht gedrängt in der Nähe des Schultors und hielten Ausschau nach den Müttern und Vätern, den Großeltern oder anderen Abholern.
Meine Lehrerin will dich etwas fragen, sagte Tomi, als seine Mutter ihn aus dem Kinder- und Ranzengewühl herausgepflückt hatte, und alle drei gingen in Tomis Klasse, wo Frau Müller gerade ein Gespräch mit einer Mutter gehabt hatte, das nicht besonders angenehm gewesen sein musste, denn beide Frauen hatten einen gequälten Gesichtsausdruck. Als Frau Müller Marie und die Kinder sah, hellte sich ihr Gesicht auf.
Die Lehrerin hatte diesmal ein besonderes Anliegen: Tomi hatte im Naturkundeunterricht das Schwein sehr schön beschrieben und am Ende seiner Beschreibung hinzugefügt, dass man beim Kauf eines Schweines immer darauf achten müsse, dass es ein Ringelschwänzchen habe, denn ein gesundes Schwein habe einen geringelten Schwanz. Ob das stimme? Marie lachte, und ihre gute Laune erfasste auch die Lehrerin, aber eine Auskunft konnte sie nicht geben: Sie hatte keine Ahnung, woran man ein gesundes Schwein erkannte, wollte sich aber bei Bekannten, bei denen sie im Dorf Urleben während eines Mundartdichtertreffens einquartiert gewesen war, erkundigen. Diese Bekannten waren Bauern, hielten ein paar Schweine für den eigenen Fleischbedarf und mussten es wissen. Noch am selben Tag wollte Marie Frau und Herrn Rösler schreiben, um der Lehrerin möglichst zeitnah eine Antwort auf ihre Frage zu geben. Der Brief war auch aus anderen Gründen seit Längerem fällig.
Auf dem Heimweg erzählte Tomi seiner Mutter einen Witz, den er in der Pause gehört hatte, und der ging so: In der Klasse vom Schüler Bulă wurde ein Ei gestohlen. Am nächsten Tag war auch das Portrait von Ceaușescu verschwunden, das in der Klasse über der Tafel hing. Die Lehrerin fragte die Kinder der Reihe nach, ob sie das Bild abgehängt hätten, und bekam heraus, dass der Schüler Bulă der Schuldige war. Sie wollte wissen, warum er das getan hatte, und der Schüler Bulă, dem der Eidiebstahl vom Vortag nicht entgangen war, sagte: Azi un ou, mâine un bou. Wer heute ein Ei klaut, der klaut morgen einen Ochsen – ein rumänisches Sprichwort, dessen übertragenen Sinn Tomi nicht verstanden hatte und der ihn auch nicht besonders interessierte. Was Tomi wissen wollte, war etwas ganz anderes: Wie hatte Bulă das Bild, das hoch über der Tafel hing, abgehängt? Hatte er eine Leiter dabeigehabt? War er aufs Katheder geklettert? Hatte er einen Stuhl auf das Katheder gestellt und war darauf gestiegen? Hatte Bulӑ das Präsidentenportrait allein abgehängt oder hatte ihm jemand dabei geholfen? Marie und Tomi einigten sich schließlich auf eine Leiter im Flur, die der Hausmeister möglicherweise dort vergessen hatte und die Bulӑ zum Hochklettern benutzt hatte.
Tomi hatte den Witz genau wiedergegeben und Marie erklärte ihm, wie er zu verstehen war: Der Schüler Bulă hatte den Präsidenten einen Ochsen genannt, den geliebten Führer des Volkes, wie es in der Zeitung hieß, und gleichzeitig war der Schüler völlig unschuldig, weil er das Bild fürsorglich vor einem möglichen Diebstahl gerettet hatte. Jeder, der den Witz wiederholte, nannte den Präsidenten einen Ochsen, einen Hornochsen, und das war eine Beleidigung des Präsidenten. Dieser Bulă-Witz war ein politischer Witz, und solche Witze waren verboten. Man konnte wegen eines politischen Witzes ins Gefängnis kommen.
Tomi machte große Augen, er war schwer beeindruckt: Wegen eines Witzes ins Gefängnis?
Du darfst ihn in der Schule nicht weitererzählen, sagte Marie.
Der Bulă-Witz hatte am späten Nachmittag noch ein Nachspiel: Marie war in der Küche beschäftigt, während die Kinder in ihrem Zimmer friedlich spielten. Plötzlich kam Emmi weinend in die Küche. Im Arm hielt sie einen alten, stupsnasigen Gummizwerg, den sie schon vor längerer Zeit auf dem Spielplatz gefunden hatte. Er trug eine Brille und eine Zipfelmütze, ein hässlicher Zwerg, den sie nur mitgenommen hatte, um die Zahl der Schüler zu vermehren, wenn sie mit ihren Puppen und Kuscheltieren Schule spielte. Ich habe gesagt, schluchzte Emmi, das ist der Ceaușescu mit seinem Schnuppernäschen, und Tomi hat gesagt, dass ich ins Gefängnis muss.
Nein, du musst nicht ins Gefängnis. Marie nahm das Kind in den Arm, herzte und küsste es und schlug vor, den Zwerg in Nicu umzutaufen. Wenn Emmi ihn auf den Spielplatz mitnahm, sollte er lieber Nicu heißen. Dieser Name war genau so gut wie der andere, nur kürzer, und Nicus gab es viele.
Emmi fand nämlich, dass ihr Zwerg genauso aussehe, wie der kleine, krächzende Mann im Rollkragenpullover, der ständig im Fernsehen zu sehen war und ein Schnuppernäschen hatte.
Marie konnte die Schnuppernase im Fernsehen zwar nicht erkennen, aber sie war zweifellos da. Das wusste jeder.
Ministerul de Interne
strict secret
U.M. 0647 Buc.
1 exemplar
Nr. 21/501
An die Direktion III (322/DR)
Eine Quelle unserer Einheit hat uns informiert, dass GÄRTNER Marianne, Ihr Zielobjekt, Buk., Aleea Tg. Neamț 10, Block D 8, App. 46 Folgendes dem ROSLER Simon aus Urleben, Nr. 401, Kreis Alba mitgeteilt hat:
Übersetzung aus der deutschen Sprache:
»Dragă Dnӑ și Dnul Rosler,
am așteptat niște rînduri de la dv, dar ptr-că nu mi-ați dat nici-o veste, trebuie să mă interesez dacă ați primit cele două pachete…
Bukarest, den 22. Oktober 1982
Liebe Frau Rösler, lieber Herr Rösler!
Wir haben lange auf einen Brief oder eine Karte von Ihnen gewartet. Da nichts eintraf, dachte ich, dass ich mich nun doch erkundigen muss, ob die beiden Pakete mit der Pulvermilch für das Baby und dem Zucker angekommen sind.
Unser Junge hat heute im Naturkundeunterricht das Schwein zum Thema gehabt. Er hat es schön beschrieben, denn bei seinem Großvater im Stall steht ja eines. Abschließend sagte er: Gesunde Schweine haben geringelte Schwänze. Darum muss man beim Schweinekauf immer darauf achten, dass das Schwein ein Ringelschwänzchen hat.
Uns kam die Sache komisch vor. Die Lehrerin hat Tomis Antwort gutgeheißen, wahrscheinlich weil sie als Stadtmensch auch nicht genau Bescheid weiß, was für eine Verbindung zwischen der Gesundheit und dem Schwanz des Schweines besteht.
Sie werden jetzt bestimmt lachen. Wie ist es also? Hat ein gesundes Schwein ein geringeltes Schwänzchen?
Ich werde die Antwort auch an Tomis Lehrerin übermitteln.
Der Winter steht vor der Tür. Wir sind mit unseren kleinen Vorbereitungen schon längst fertig: Auf dem Balkon steht ein kleines Krautfass, und ein alter Koffer mit Kartoffeln ist auch da. Wir haben einen Vertrag mit dem Aprozar abgeschlossen und bekommen regelmäßig Kartoffeln (8 kg pro Person und Monat), Suppengemüse, Bohnen (½ kg pro Person und Monat) und Zwiebeln geliefert. Das reicht aus.
Bitte nehmen Sie sich etwas Zeit und schreiben Sie uns auch ein paar Zeilen. Vor allen Dingen möchte ich wissen, ob die Pakete angekommen sind. Braucht die Kleine noch Milchpulver?
Wir wünschen Ihnen die beste Gesundheit.
Mit freundlichen Grüßen
Marie und Richard Gärtner
Ministerul de Interne
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U. M. 0647 Buc.
Nr. 21/501
1 exemplar
An die Direktion III (322/DR)
Eine Quelle unserer Einheit hat uns informiert, dass Rosler Katharina, Urleben 401, Kreis Alba, der Gärtner Marianne, Ihrem Zielobjekt, Buk., Aleea Tg. Neamț 10, Block D 8, App. 46 Folgendes mitgeteilt hat:
Übersetzung aus der deutschen Sprache:
Liebe Frau und Herr Gärtner!
Zuerst muss ich um Entschuldigung bitten, denn es hat wirklich lange gedauert, bis ich zum Schreiben gekommen bin. Wir haben das Paket mit den zwei Schachteln Robebi gleich erhalten, nachdem Ihr fort seid, und vor zwei Wochen auch das zweite Paket mit dem Zucker und noch zwei Schachteln Robebi. Für beide Pakete sagen wir Euch samt unseren Kindern vielen, vielen Dank, und wir haben uns sehr gefreut, dass wir an Euch so liebevolle Menschen kennengelernt haben. Wir schicken Euch mit diesem Brief zugleich auch das Geld für 4 Schachteln Robebi und 5 kg Zucker.
Unsere Kinder mit der Kleinen wohnen bei uns und wir fangen an die kleine Heide mit allerhand zu füttern. Ihr müsst Euch für Heide nicht mehr bemühen, um Robebi zu verschaffen, sie bekommt jetzt schon Vollmilch, das geht sehr gut. Wir danken noch einmal für die 4 Schachteln und unsere Schwiegertochter bedankt sich auch sehr schön dafür.
Bleibt uns recht gesund und seid lieb gegrüßt
Katharina Rösler