https://doi.org/10.82486/sp.2023.06.1303

Das Archivalische Sammlungszentrum Korčula-Lastovo und sein Archivgut

Die Republik Kroatien beherbergt, neben dem Kroatischen Staatsarchiv (kr. Hrva­tski državni arhiv) in Zagreb, ein ganzes Netzwerk von regionalen Archiven. Die wichtigsten Aufgaben dieser Archive sind die Sammlung, Bearbeitung und Bewahrung von Archivgut aus staatlichen und öffentlichen Institutionen, von Firmen, juristischen und natürlichen Personen und vieles mehr. In der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva (kr. Dubrovačko-neretvanska županija), der südlichsten Gespanschaft Kroatiens mit mehr als 115.000 Einwohnern, befindet sich nur ein Staatsarchiv – in Dubrovnik (it. Ragusa) –, dazu kommen noch zwei archivalische Sammlungszentren (kr. Arhivski sabirni centar) – in Žrnovo auf der Insel Korčula (it. Corzula, lat. Corcyra Nigra) und in Metković.

Die Entstehung des mittelalterlichen Archivdienstes in Dubrovnik ist mit der Entwicklung des Notariatswesens verbunden, das eigentlich der wichtigste Registraturbildner seit dem 13. Jahrhundert war. Als Tomasino de Severe 1278 nach Dubrovnik kam, um dort als Staatsnotar zu arbeiten, begann das dauerhafte Aufbewahren von Amtsbüchern und Dokumenten, das bis zum Fall der Republik Ragusa 1808 weitergeführt wurde. Trotz der staatlichen Verwaltungsorganisation entstand in Dubrovnik nie ein zentrales Archiv. In den Amtsstuben der verschiedenen Behörden in- und außerhalb der Stadt sammelte sich eine große Anzahl von Dokumenten an, jedoch wurde nicht zwischen Büro- und Archivpraxis unterschieden. Im Ordo cancelariae (1428) fanden sich zum ersten Mal Regeln zur Bewahrung von Dokumenten, 1557 traf der Senat den Beschluss zur Trennung von laufenden und archivierten Vorgängen. Erst seit dem 18. Jahrhundert widmete die Regierung von Dubrovnik der Archivorganisation ihrer Zentralämter größere Aufmerksamkeit, und während fast das ganze 19. Jahrhundert wurden Gerichtsarchive von den sogenannten politischen Archiven getrennt aufbewahrt.

Luka Čurlica1 stellte im Auftrag der österreichischen Regierung am 1. März 1817 ein Inventar der Urkunden und Akten fertig, die in der ehemaligen Staatskanzlei von Dubrovnik aufbewahrt wurden. Es trägt den Titel: Generalni katalog knjiga i dokumenata koji pripadaju arhivu bivšeg Državnog tajništva, i drugih ukinutih organa nekadašnje Dubrovačke republike (Generalkatalog der Bücher und Dokumente des Archivs des ehemaligen Staatssekretariats und anderer aufgelöster Organe der ehemaligen Republik von Ragusa). Aufgrund dieses Inventars schickte am 6. Februar 1818 das Bezirkskapitanat der Regierung in Zadar (it. Zara) einen Bericht über die Lage und das Inventar der Dokumente, die sich in Dubrovnik befanden, sowie ausgewählte Dokumente, die das Haus- und Hofarchiv in Wien beanspruchte. Die zweite Sendung von Dokumenten aus Dubrovnik ging 1833 nach Wien. Eine noch ausführlichere Beschreibung des Materials legte Čurlica 1832–1835 vor. Dieser Katalog diente als Grundlage für die spätere Reihe der Acta Sanctae Mariae Maioris. Erst 1896 wurde das Archivgut (das so genannte Justiz-, Politik-, Finanz-, Seefahrts- und Gesundheitsarchiv) vereint. Der Historiker Josip Gelčić ordnete und systematisierte die Materialien, und 1910 wurde der Catalogus i. r. archivii ragusani herausgegeben.2

1920 nahm das Staatsarchiv in Dubrovnik seinen Betrieb als eigenständige Institution auf. Untergebracht war es im Renaissancepalast Sponza, der im 16. Jahrhundert von Meister Paskoje Miličević und den Brüdern Andrijić aus Korčula erbaut worden war.3 Ein Teil des Archivs befindet sich auch noch heute in diesem Gebäude. Das Archiv beherbergt Materialien aus dem weiteren Stadtgebiet von Dubrovnik, den Inseln Korčula, Lastovo (it. Lagosta) und Mljet (it. Meleda, lat. Melitussa), der Halbinsel Pelješac (it. Sab[b]ioncello) sowie dem Gebiet entlang des Flusses Neretva. Der Palast ist beeindruckend und historisch sehr bedeutsam, aber nicht geeignet, um solche Mengen an historischen Dokumenten unter richtigen Bedingungen aufzubewahren. Aus diesem Grund versuchte man schon früh, die Arbeit des Archivs und damit auch den Zugang für Nutzerinnen und Nutzer durch die Eröffnung von Sammelzentren zu erleichtern. Im 21. Jahrhundert kam es schließlich zur Verwirklichung dieser Ideen. 2002 wurde das Archivalische Sammlungszentrum Metković-Opuzen eröffnet, das Materialien der Registraturbildner bewahrt, die sich auf dem Gebiet entlang des Flusses Neretva befinden. Danach begann man mit der Reorganisation des Archivs und der Eröffnung eines neuen Sammlungszentrums auf einer der Inseln der Gespanschaft. Die Insel Korčula erwies sich dabei als die beste Option, bestand doch dort eine lange Tradition der Aufbewahrung von Dokumenten im Stadtmuseum, darunter Material von kultureller und historischer Bedeutung. Die Archivpflege auf der Insel hat eine lange und interessante Geschichte, die ersten Aufzeichnungen in Korčula finden sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Im Archivalischen Sammlungszentrum Korčula-Lastovo werden über 300 Fonds aufbewahrt, die aus dem Zeitraum vom 14. bis zum 21. Jahrhundert stammen. Die Registraturbildner stammen von der Insel Korčula, der Insel Lastovo und vom westlichen Teil der Halbinsel Pelješac. Da Korčula fast acht Jahrhunderte lang unter der Herrschaft der Republik Venedig stand, ist es verständlich, dass ein Großteil der Schriften – neben denen der jüngeren Geschichte – gerade aus der Zeit der venezianischen Republik stammt und deswegen auch auf Italienisch verfasst ist. Aufgrund der Entfernung Korčulas von »Mitteleuropa« liegt die Dokumentation in deutscher Sprache in weit geringerer Anzahl vor, ist jedoch vorhanden, insbesondere aus der Zeit der ersten und zweiten österreichischen Regierung in Dalmatien (1797–1805, 1815–1918).

Aber wie hat eigentlich die Geschichte der Aufbewahrung von Dokumenten auf der Insel Korčula begonnen? Obwohl die Fonds heute sorgsam in den kompakten Regalen des neuen Sammlungszentrums aufbewahrt werden, wurden die Dokumente jahrelang unter schlechten Bedingungen aufbewahrt und dadurch beschädigt; einige gingen sogar für immer verloren. Die ersten Aufzeichnungen über ein Archiv auf der Insel Korčula sind in einem Dokument aus der Mitte des 19. Jahrhunderts überliefert. Der damalige Bezirksvorsteher Dimitri notierte in einer Akte, dass Feuer, Sorglosigkeit und schlechte Verwaltung das alte Archiv der Stadt Korčula zerstört hatten und auf diese Weise die Dokumente vor 1300 verloren gegangen waren.4 Die zweite österreichische Regierung betraute zu Beginn des 19. Jahrhunderts die zuständigen Bezirkshauptmannschaften mit der Betreuung von Archivalien älterer Registraturbildner. Angesichts der Menge von Akten, vor allem aus der Periode der venezianischen Republik, beschloss die Bezirksverwaltung von Korčula, die Dokumente aus den Büroräumen zu verlegen. So wurden die Archive der alten Gemeinde Korčula (bis 1797) wie auch Archivgut der Registraturbildner der ersten österreichischen Regierung (bis 1805), der französischen Regierung (bis 1813) und der englischen Regierung (bis 1815) in der verlassenen Kirche der Hl. Barbara aufbewahrt.5 In der Folge zeigte man wenig Interesse an dem archivalischen Erbe. Deswegen ließ man die meisten Dokumente aus dem Zeitraum von 1338 bis Anfang des 19. Jahrhunderts 1883 in das Archiv des Statthalters in Zadar bringen, nur ein kleiner Teil verblieb in der Kirche der Heiligen Barbara. Ein Teil der ältesten Materialien aus Korčula befindet sich noch immer im Staatsarchiv in Zadar.

Es war klar, dass das Material nicht an dieser Stätte bleiben konnte, aber die damalige Bezirksverwaltung von Korčula wusste nicht, was sie mit dem Archiv machen sollte. Im April 1934 schlug die Verwaltung der Königlichen Banschaftsverwaltung in Split (it. Spalato) vor, dass alle Bestände, die älter als 30 Jahre waren, als Altpapier verkauft oder eventuell zerstört werden sollten. Glücklicherweise ist das nicht passiert, aber das Material wurde sicherlich nicht so sorgfältig konserviert, wie es erforderlich gewesen wäre. Wir können zwar vermuten, dass man das Archivgut mit Vorsicht behandelt hat, aber trotzdem ist es nur logisch, dass das Material durch die zahlreichen Umzüge in Unordnung geriet, möglicherweise sogar Verluste erlitt.

Während des Krieges litt das Archivgut von Korčula am meisten. Das Archiv der Gemeinde befand sich im Gebäude der Gemeinde Korčula, auch zu Beginn des Zweiten Weltkrieges. Im Jahr 1943 bombardierte die deutsche Wehrmacht erstmals die Stadt, beschädigt wurde auch das Gemeindegebäude, in dem ein Teil des Gemeindearchivs untergebracht war. Während der alliierten Bombardierung der Stadt 1944 wurde das Schulgebäude getroffen. Überhaupt erlitt die Stadt während des Krieges große Schäden. Die Bomben zerstörten und beschädigten viele wertvolle Gebäude, unter anderem das Rathaus, den Fürstenturm und den ältesten Teil der Stadtmauer auf der Südseite. In der Stadt selbst wurden auch die Archive zerstört, darunter zahlreiche Familienarchive; Verluste erfolgten auch durch Raub. Am Beginn des Krieges im Jahr 1941 brachte die italienische Regierung das Schularchiv von Smokvica an einen unbekannten Ort, während die deutsche Armee 1944 einen Teil des Schularchivs von Žrnovo zerstörte. Das gleiche Schicksal ereilte die Halbinsel Pelješac, dort wurden die Archive der Meeresgesellschaft von Pelješac (kr. Pelješko pomorsko društvo) sowie viele Familien- und Privatarchive zerstört (unter anderem das Archiv des Malers Celestin Medović in Kuna).6 Auch Schularchive wurden schwer beschädigt, bisweilen sogar vollständig zerstört, auf der Halbinsel Pelješac etwa in Kuna Pelješka und Orebić, auf der Insel Korčula in Račišće.

Weitere Verluste von Archivgut ereigneten sich gegen Ende des Krieges, in den Wirren der Zeit wurde es in Ruinen zurückgelassen oder in alle Richtungen verstreut. Über sein Schicksal entschieden Zufälle: Passanten, klimatische oder meteorologische Gegebenheiten. Der damalige Leiter des Staatsarchivs in Dubrovnik, Dr. Vinko Foretić, arbeitete auch auf Korčula, wo er das verstreute Material persönlich sammelte. Leider konnte er die ältesten Dokumente der Gemeinde nirgendwo finden. Es wird vermutet, dass Italiener es nach der Kapitulation mitgenommen hatten.7

Erst 1957, mit der Eröffnung des Stadtmuseums von Korčula, begannen bessere Zeiten für die erhaltenen Archivalien. Das Material wurde auf den Dachboden des Gabrielis-Palastes gebracht, wo es – auf einen Haufen aufgeschüttet – zunächst lagerte. In den 1970er-Jahren erfolgte die Verlegung in einen Lagerkeller des Museums. Man verschnürte die Dokumente zu Bündeln, erste Aktivitäten zur Ordnung erfolgten. In diesem Zustand fand man Ende 2011 einen wesentlichen Teil des Archivguts.

Im Jahr 1994 übernahm endlich das Staatsarchiv in Dubrovnik die Archivalien aus dem Museum und verbrachte sie in einen besonderen Raum im Gebäude der Stadtverwaltung Korčula. Aufgrund des begrenzten Lagerraums war es nicht jedoch möglich, auch neues Archivgut von Registraturbildnern bis Anfang des 21. Jahrhunderts zu übernehmen. Aus den genannten Gründen war die Idee, auf der Insel Korčula ein Archiv einzurichten, immer virulent – dadurch würde zum einen das Staatsarchiv in Dubrovnik entlastet und zum anderen eine bessere Benutzbarkeit erreicht werden. Man begann, Ideen zu sammeln, jedoch scheiterte vorerst die Realisierung. Nach dem ursprünglichen, leider nicht realisierten Plan sollte das Archivgut im zweiten Stock des Palastes Arneri untergebracht werden, eines prächtigen Gebäudes aus dem 16. Jahrhundert auf dem Hauptplatz von Korčula. Die Familie Arneri zählte über die Jahrhunderte zu den einflussreichsten Familien der Stadt– ihre Mitglieder waren Kanzler, Notare, Bürgermeister. Herrn Dr. Foretić traf der gescheiterte Plan persönlich sehr hart, und in seinem Schreiben an die städtischen Behörden beklagte er, dass sich Korčula schon seit 16 Jahren überhaupt nicht um sein Archivgut gekümmert habe und dies wohl auch in Zukunft nicht beabsichtige.8

Einstweilen wurde das Archivgut weiterhin im Stadtmuseum aufbewahrt, obwohl es beschädigt und unorganisiert war. Es brauchte noch mehrere Jahre und offizielle Schreiben an verschiedene Behörden, bis endlich der Schritt in die richtige Richtung unternommen wurde. Im Jahr 1994 wurde der frei gewordene Raum im Erdgeschoss des Ismaellis-Palastes für den Archivbedarf zugewiesen. Die neuen Bedingungen waren zwar besser als am bisherigen Ort, dem Untergeschoss des Stadtmuseums, entsprachen aber noch lange nicht den Archivstandards. Bei gelegentlichen Besuchen von Archivaren aus Dubrovnik wurde das Material teilweise kartoniert, jedoch nicht sortiert.

Erst das 21. Jahrhundert brachte den lang ersehnten Umzug auf Korčula. 2003 wurde eine Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Ministerium für Meer, Verkehr, Kommunikation und Infrastruktur, dem Ministerium für Kultur, der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva und der Stadt Korčula geschlossen, die die Grundlage für die Errichtung des Sammlungszentrums Korčula-Lastovo bildete. Das Zentrum wurde als duale Einrichtung in der Stadt Korčula und in Žrnovo konzipiert. In der Altstadt, im Arneri-Palast, sollte das ältere Archivgut der Stadt Korčula gelagert werden, in Žrnovo, im ehemaligen Schulgebäude, neueres Archivgut der Insel und der Umgebung. Im Lauf der Zeit konzentrierte sich das Projekt jedoch ausschließlich auf die Renovierung des alten Gebäudes in Žrnovo, während die Renovierung des Arneri-Palastes bis auf weiteres verschoben wurde.

An der Stelle des heutigen Archivs stand im 19. Jahrhundert zunächst ein Haus der Bruderschaft des Heiligen Martin, in den 1870er-Jahren einigte man sich auf die Erweiterung und Anpassung dieses Gebäudes für die Bedürfnisse der Schule. Im Lauf der Zeit erwies es sich jedoch als zu klein, um alle Schüler aus Žrnovo aufzunehmen, und wegen des schlechten Zustandes verlor das Gebäude seine Bildungsfunktion. Während des Zweiten Weltkriegs diente das ehemalige Schulhaus der Versorgung von verwundeten Partisanen, worüber die im Jahr 1974 errichtete Gedenktafel unterrichtet.

Die Arbeiten am Sammlungszentrum Korčula-Lastovo begannen 2007, doch aufgrund geänderter finanzieller Rahmenbedingungen verzögerte sich die Renovierung, so dass die Anlage erst im Sommer 2011 fertiggestellt werden konnte.

abb. 1: Das alte Gebäude vor der Renovierung; © Privatarchiv der ASC Korčula-Lastovo
abb. 1: Das alte Gebäude vor der Renovierung; © Privatarchiv der ASC Korčula-Lastovo
abb. 2: Das Sammlungszentrum heute; © Privatarchiv der ASC Korčula-Lastovo
abb. 2: Das Sammlungszentrum heute; © Privatarchiv der ASC Korčula-Lastovo

Das Gebäude besteht aus zwei Stockwerken mit einer Fläche von insgesamt etwa 500 Quadrat­metern mit fünf Lagerräumen, die mit Kompaktregalen ausgestattet sind und die Möglichkeit bieten, 2010 laufende Meter Archivalien zu lagern. Im Erdgeschoss befinden sich nur Lagerflächen, im ersten Stock Lagerräume, ein Büro und ein Lesesaal.

Die ersten Übernahmen von Materialien aus Dubrovnik sowie aus dem alten Lager in Korčula begannen im August 2011. Mit Ausnahme eines kleinen Teils enthielt die überwiegende Mehrheit der Kisten und Bündel komplett gemischte Unterlagen verschiedener Registraturbildner. Bis jetzt wurde das Schriftgut von über dreißig Einrichtungen sortiert, manche Fonds werden noch immer ergänzt. Der Großteil der Dokumente entstammt der Verwaltung und dem öffentlichen Dienst des ١٩. und der ersten Hälfte des ٢٠. Jahrhunderts. Für einzelne wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Institutionen sind nur wenige Fragmente erhalten geblieben. In der zweiten Hälfte des Jahres 2012 erfolgten die ersten offiziellen Übernahmen von Archivmaterial der Grund- und Mittelschulen und des Amtsgerichts in Korčula sowie aus anderen Gemeinden auf der Insel, zu registrieren waren auch die ersten Schenkungen von Archivgut.

Derzeit befinden sich im Sammlungszentrum Korčula-Lastovo rund 350 öffentliche und private Fonds, davon rund 20 aus dem Zeitraum der ersten und der zweiten österreichischen Regierung. Daneben sind auch Familienfonds aus dieser Zeit für den deutschsprachigen Raum von Bedeutung:

A.1.3. Erste österreichische Regierung in Dalmatien und Istrien (1797–1805)

– HR-DADU-SCKL-517 Lokale Behörde Korčula (I. R. Superiorità locale di Curzola) 1798/1805

A.1.7. Zweite österreichische Regierung in Dalmatien und Istrien (1815–1918)

A.1.7.4. Zweite österreichische Bezirksverwaltung

– HR-DADU-SCKL-520 Kommissariat der Regierung Korčula (I. R. Commissariato di Governo Curzola, Commissariato Provvisorio di Governo di Curzola e Lagosta) 1815–1819

– HR-DADU-SCKL-527 Bezirksverwaltung Korčula (I. R. Capitanato distrettuale di Curzola, Bezirkshauptmannschaft Curzola) 1869–1918

– HR-DADU-SCKL-531 Bezirksschulrat Korčula (I. R. Consiglio distrettuale di Curzola) 1869–1924

– HR-DADU-SCKL-533 Subterritoriale Kräfte Korčula (I. R. Vice-Sopraintendenza Territoriale di Curzola, I. R. Vice Serdaria di Curzola) 1833/1850

– HR-DADU-SCKL-534 Subterritoriale Kräfte Pelješac (I. R. Vice-Sopraintendenza Territoriale di Sabioncello, I. R. Vice Serdaria di Sabioncello) 1842/1848

– HR-DADU-SCKL-528 Finanzamt Korčula (Ufficcio delle imposte in Curzola) 1860/1899

– HR-DADU-SCKL-521 Verwaltungsgerichtliches Bezirksgericht Korčula (I. R. Pretura politico-giudiziaria di Curzola) 1820–1869

– HR-DADU-SCKL-86 Verwaltungsgerichtliches Bezirksgericht Lastovo (I. R. Pretura politico-giudiziaria di Lagosta) 1820/1826

– HR-DADU-SCKL-526 Verwaltungsgerichtliches Bezirksgericht Pelješac (I. R. Pretura politico-giudiziaria di Sabioncello) 1820–1869

A.1.7.6. Zweite österreichische Gemeindeverwaltung

– HR-DADU-SCKL-725 Gemeinde Blato 1914

– HR-DADU-SCKL-313 Gemeinde Korčula (Comune di Curzola, Podestaria comunale di Curzola, Amministrazione comunale di Curzola, Gemeinde Korčula) 1815–1918

– HR-DADU-SCKL-731 Gemeinde Lastovo (Comune di Lagosta) (1763/1816) 1824/1920

– HR-DADU-SCKL-92 Gemeinde Orebić (Comune di Orebich, Gemeinde Pelješac) 1815–1918

– HR-DADU-SCKL-97 Gemeinde Trpanj (Comune di Trappano) 1894/1917

– HR-DADU-SCKL-660 Gemeinde Vela Luka (Comune di Vallegrande) 1891/1893, 1898/1918 (1923)

A.1.7.7. Zweite österreichische Lokalverwaltung

– HR-DADU-SCKL-532 Lokaler Schulrat Korčula (I. R. Consiglio scolastico locale di Curzola) 1873/1923

– HR-DADU-SCKL-786 Lokaler Schulrat Trpanj (I. R. Consiglio scolastico locale di Trappano) 1871/1915

– HR-DADU-SCKL-810 Gemeindeverband Pupnat (Sindacato comunale di Pupnatta) 1820–1821

– HR-DADU-SCKL-811 Sanitätsdienst. Beauftragte in Blato (Servizio Sanitario. Deputato estraordinario di sanità in Blatta) 1815–1816, 1844–1849

Englische Verwaltung auf der Insel Korčula (1813–1815)

– HR-DADU-SCKL-535 Rat der Stadt und der Insel Korčula (Governativo Consiglio della Città ed Isola di Curzola) 1813–1815

K.2. Familienfonds

– HR-DADU-SCKL-459 Familie Arneri, Korčula 1327/1829

– HR-DADU-SCKL-604 Familie Depolo, Korčula 1903–1943

– HR-DADU-SCKL-594 Familie Farčić Priša, Vela Luka 1587/1995

– HR-DADU-SCKL-888 Familie Ferri, Trpanj 1856/1968

– HR-DADU-SCKL-807 Familie Foretić, Korčula, Dubrovnik 1822/1984

– HR-DADU-SCKL-258 Familie Giunio, Korčula 1482/1921

– HR-DADU-SCKL-889 Familie Iveta, Trpanj 1839/1926

– HR-DADU-SCKL-806 Familie Lovričević Pelava, Korčula, Blato (Hrastovica) 1784/1847

– HR-DADU-SCKL-686 Familie Padovan Kolega, Vela Luka 1863/1974

– HR-DADU-SCKL-890 Familie Senko Gattini, Trpanj 1834/1953

– HR-DADU-SCKL-803 Familie Sladović, Korčula 1890/1980

– HR-DADU-SCKL-269 Familie Šeman, Blato (Korčula) 1569/1858

– HR-DADU-SCKL-365 Familie Obitelj Šunj (Sugni), Orebić 1798–1892

– HR-DADU-SCKL-848 Familie Tedeschi, Korčula–Beograd 1663–2010

– HR-DADU-SCKL-854 Familie Tvrdeić Spuga, Žrnovo 1896/1940

– HR-DADU-SCKL-892 Familie Visković, Korčula 19.–20. Jh.

– HR-DADU-SCKL-556 Familie Zaffron 1806/1903

Das Sammlungszentrum Korčula-Lastovo feierte 2021 in Žrnovo sein zehnjähriges Bestehen mit Benutzern. Obwohl die Hauptfunktion des Zentrums die Aufbewahrung und Bereitstellung von Materialien ist, haben die Mitarbeiter in diesen zehn Jahren auch verschiedene Veranstaltungen im Bereich Kultur und Bildung organisiert. Die Ausstellungen zum Internationalen Archivtag (9. Juni) sowie zum Fest des Heiligen Martin (11. November) sind wesentliche Bestandteile der »Bildungsarbeit« geworden, wobei erstere das breitere Thema Korčula abzudecken versuchen, während die Expositionen zum Martinsfest vor allem unserer näheren Umgebung mit den Themen Žrnovo und seine Bewohner gewidmet sind. Hier soll betont werden, dass die lokale Bevölkerung die Arbeit unseres Sammlungszentrums sehr gut angenommen hat und sich an allen unseren Veranstaltungen beteiligt, nicht nur als Besucher, sondern auch als wertvolle Informationsgeber und Organisationshelfer. Die Tatsache, dass das Sammlungszentrum viele Schenkungen von privater Seite erhält, spricht am besten dafür, wie gut sich die Institution in die Gemeinschaft integriert hat. Auch Schüler besuchen das Sammlungszentrum häufig, nicht nur, um zu lernen, wozu ein Archiv dient oder um alte Dokumente anzuschauen, sondern um eigene Projekte mithilfe der archivalischen Angebote zu bearbeiten. In Zusammenarbeit mit lokalen Schulen nehmen wir zudem am so genannten Kliofest – einem Festival der Geschichte – teil.

Neben ihrer laufenden Arbeit im Archiv schreiben die Archivarinnen und Archivare des Zentrums wissenschaftliche Artikel für verschiedene Zeitschriften, halten Vorträge auf nationalen und internationalen Konferenzen und bilden sich in mehreren Bereichen außerhalb des Archivs weiter, aber immer in Verbindung mit ihren archivalischen Aufgaben.

Da das Archivalische Sammlungszentrum Korčula-Lastovo noch relativ jung ist, sind die meisten Fonds erst kursorisch erschlossen, mit Ausnahme der Bestände, die von den Benutzern häufig nachgefragt werden und der Bestände, die für die Geschichte und Kultur der Stadt Korčula bedeutsam sind. Die meisten Anfragen betreffen jedoch Gerichts-, Agrar- und Bauakten.

abb. 3: pergamentvertrag
aus dem Jahre 1327: Ver-
einbarung über die pacht
von Grundstücken in der
Gegend von Blato zwi-
schen Kapsa milošević und
Budiša Senjančić; © Privat-
archiv der ASC Korčula-Lastovo
abb. 3: pergamentvertrag aus dem Jahre 1327: Vereinbarung über die pacht von Grundstücken in der Gegend von Blato zwischen Kapsa milošević und Budiša Senjančić; © Privatarchiv der ASC Korčula-Lastovo

Die Sammlungen verschiedener Familien, die für die Geschichte der Stadt und der Insel Korčula von besonderer Bedeutung sind, sind komplett verzeichnet, um die Arbeit der zahlreichen Forscher zu erleichtern (zum Beispiel die Fonds der Familie Arneri oder der Familie Giunio). Die Mitglieder der genannten Familien spielten eine herausragende Rolle im politischen und gesellschaftlichen Leben dieser Gebiete, weshalb ihre Dokumente einen hervorragenden Einblick in Beziehungen, Situationen und Verhältnisse der Region geben. Für unser Archiv ist der Familienfond Arneri von besonderer Bedeutung, da er das älteste Dokument enthält, das im Sammlungszentrum Korčula-Lastovo aufbewahrt wird: einen Pergament­vertrag aus dem Jahre 1327. Darin wird eine Vereinbarung über die Pacht von Grundstücken in der Gegend von Blato zwischen Kapsa Milošević und Budiša Senjančić bestätigt. In Anbetracht der Bedeutung der Familie Arneri für die Stadt und die Insel Korčula sowie für unser Archiv hoffen wir, dass die Idee, einen Teil ihres Palastes für das Archiv zu nutzen, in die Praxis umgesetzt wird und das Archiv auf diese Weise künftig noch mehr mit der Insel Korčula verbunden sein wird.

Hinsichtlich der Zukunft des Archivs wissen wir, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Nicht nur mit der Übernahme und Aufbewahrung der Materialien, was natürlich unsere Hauptaufgabe ist, sondern auch mit der Digitalisierung, die wir jetzt nur nach Bedarf durchführen.

abb. 4: Die ausstellung im Sammlungszentrum Korčula-lastovo im Jahr 2022: malo mjesto, skromni
uvjeti, veliki rezultati [Kleiner ort, bescheidene Bedingungen, große Ergebnisse]; © Privatarchiv der ASC
Korčula-Lastovo
abb. 4: Die ausstellung im Sammlungszentrum Korčula-lastovo im Jahr 2022: malo mjesto, skromni
uvjeti, veliki rezultati [Kleiner ort, bescheidene Bedingungen, große Ergebnisse]; © Privatarchiv der ASC
Korčula-Lastovo

In der Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Ivan Vidali in Korčula haben wir verschiedene Dokumente für ihr Projekt VIRKO (virtuelle Bibliothek) digitalisiert, aber wir werden sicherlich anfangen müssen, uns aufgrund unserer eigenen Bedürfnisse aktiver mit dieser Sicherungsform zu beschäftigen. Die Kapazität des Sammlungszentrums Korčula-Lastovo liegt bei 2000 Laufender Meter, und schon jetzt sind über 60 Prozent der Kompaktusregale voll. Die Anfragen unserer Benutzer und Registraturbildner nach zusätzlicher Übernahme von Archivgut nehmen zu, so dass es notwendig sein wird, Digitalisierungspotenziale verstärkt zu aktivieren und somit den Zugang zu Informationen für Benutzer zu erleichtern sowie – nicht zuletzt – Platz für einige neue Projekte und Tätigkeiten in der Zukunft zu schaffen.

Kontakt

Archivalisches Sammlungszentrum Korčula-Lastovo
Mratin bb
20275 Žrnovo, Kroatien
Telefon: + 385 20 721 520
E-Mail:
Webseite: www.dad.hr

  1. In einigen Quellen wird er Ćurlica genannt. ↩︎

  2. Pregled arhivskih fondova i zbirki Republike Hrvatske [Übersicht der Archivbestände und Sammlungen der Republik Kroatien]. Bd. 1. Zagreb 2006, S. 245–248. ↩︎

  3. Dubrovnik. Geschichte und Kultur. Zadar 2014, S. 68. ↩︎

  4. Arhivski sabirni centar Korčula-Lastovo HR-DADU-SCKL-530: Općina [Gemeinde] Korčula. 2.2. Teilung der Gemeinde, Schreiben des Bezirksvorstehers Dimitri, 23.9.1853. ↩︎

  5. Alena Fazinić: Crkva sv. Barbare – sv. Trojstva u Korčuli [Die Kirche der Hl. Barbara – Hl. Dreifaltigkeit in Korčula]. In: Godišnjak grada Korčule [Jahrbuch der Stadt Korčula] 7 (2002), S. ٦٣–٧٧, hier: S. 65f. ↩︎

  6. Cvito Fisković: Oštećivanja kulturnih spomenika na Korčuli i Pelješcu za vrijeme rata [Kriegsschäden an Kulturdenkmälern auf Korčula und Pelješac während des Krieges]. In: Miroslav Ćurin (Hg.): Korčula u revolucionarnom radničkom pokretu i socijalističkoj revoluciji [Korčula in der revolutionären Arbeiterbewegung und der sozialistischen Revolution]. Korčula 1989, S. 870–872. ↩︎

  7. Arhivski sabirni centar Korčula-Lastovo HR-DADU-SCKL-624: Osnovna škola [Grundschule] »Petar Kanavelić« Korčula. 4.1. Područna škola [Regionalschule] Račišće, Denkmal der Schule, Buch 1. ↩︎

  8. Arhiv Gradskog muzeja Korčula [Archiv des Stadtmuseums Korčula] Kanzler-Dokumente, Schreiben des Staatsarchivs in Dubrovnik an das Stadtmuseum Korčula, ohne Nummer, 10.11.1961. ↩︎