Editorial: Die Zeitschrift wird zur Plattform

Liebe Leserinnen und Leser der SPIEGELUNGEN, 

wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Denn wir lieben unsere Zeitschrift. Wir lieben es, jedes halbe Jahr ein inhaltlich, optisch und haptisch ansprechendes Heft in der Hand zu halten, durchzublättern und zu lesen. Und wir sind überzeugt, dass es Ihnen ähnlich geht. Trotzdem haben wir uns nach einem längeren Diskussionsprozess dazu entschieden, aus unserer gedruckten Zeitschrift eine digitale Plattform zu machen. Dieser Übergang erfolgt schrittweise: Im Jahr 2026 erscheinen die SPIEGELUNGEN hybrid, ab 2027 dann ausschließlich digital. 

Aktive Gestaltung des digitalen Wandels 

Wir wollen den digitalen Wandel nicht bloß nachvollziehen, sondern aktiv gestalten. Nicht erst dann, wenn die Abonnentenzahlen des gedruckten Hefts zu sinken beginnen. Nicht erst dann, wenn äußere Umstände uns dazu zwingen. Und nicht, weil uns ein Zeitgeist treibt. Sondern weil wir diesen Schritt für richtig halten, um unseren Auftrag auch künftig erfüllen zu können: die deutsche Kultur und Geschichte Südost- und Ostmitteleuropas in ihren plurikulturellen, regionalen und transnationalen Zusammenhängen zu erforschen, einer interessierten Gegenwart zu präsentieren und für spätere Generationen zu bewahren. 

Weiterentwicklung bewährter Stärken 

Unsere Zeitschrift hat sich bei allen inhaltlichen und formalen Veränderungen, die sie seit ihrem ersten Erscheinen als „Südostdeutsche Heimatblätter“ im Jahr 1952 durchlaufen hat, eine besondere Eigenschaft bewahrt, die sie von vielen anderen Publikationen abhebt – und dies weit über unseren eigentlichen Arbeitsbereich hinaus: Sie verbindet Wissenschaft, Literatur und Publizistik. Diesen Vorzug wollen wir nicht nur bewahren, sondern stärken. Unsere drei Ressorts Wissenschaft, Literatur und Salon – so heißt das bisherige Feuilleton nun – haben nicht nur eine eigene farbliche Identität bekommen, sondern sind auch auf ihre jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten. Auch ressortübergreifend zu arbeiten, bleibt unser Anspruch. 

Ausbau multimedialer Angebote 

Zugleich nutzen wir die Möglichkeiten der digitalen Welt. Unser Angebot soll künftig noch stärker multimedial sein. Ausgewählte Folgen unserer verschiedenen Podcast-Formate und -Reihen, die alle unter dem Dach der SPIEGELUNGEN zusammengeführt werden, sollen auch als Video-Podcasts zur Verfügung stehen. Außerdem wollen wir vermehrt digitale Anwendungen einbinden, etwa Karten zur Georeferenzierung historischer Räume, Reisewege und Verflechtungen. 

Open Access: frei zugänglich für alle 

Die wohl wichtigste Veränderung betrifft die grundsätzliche Verfügbarkeit: Die SPIEGELUNGEN werden für alle Interessierten ohne Wartezeit und ohne Zugangsbeschränkung kostenlos zugänglich. Damit tragen wir dem Open-Access-Gedanken Rechnung: Was von der öffentlichen Hand finanziert wird, soll auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen – möglichst barrierefrei und zeitgemäß, und das auch rückwirkend für ältere Ausgaben. Mittlerweile sind die Inhalte von zehn Ausgaben online zugänglich, und es werden laufend mehr. 

Design und technische Umsetzung 

Die SPIEGELUNGEN sollen auch als digitale Plattform nicht nur inhaltlich, sondern auch ästhetisch anspruchsvoll bleiben. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, konnten wir die Designerin Susana Frau gewinnen. Ihr verdanken wir das frische Design der Website, des Newsletters sowie der Visuals für Social Media und für Medienplattformen wie Spotify und YouTube. Die technische Umsetzung lag bei Simon Schmitt von Kollektiv17, der unsere Ansprüche mit viel Umsicht, Geduld und Verständnis realisiert hat. Wir sind dankbar, mit so großartigen Dienstleisterinnen und Dienstleistern zusammenzuarbeiten. 

Dasselbe gilt für unseren Partnerverlag. Wir sind dankbar für die vielen Jahre der Zusammenarbeit mit Friedrich Pustet in Regensburg. Unsere SPIEGELUNGEN waren dort stets in besten Händen. Die wissenschaftliche Buchreihe des IKGS wird dies auch weiterhin sein, worüber wir uns sehr freuen. 

Dank und Bitte 

Mein besonderer Dank gilt der Redaktion, die sich unter der Leitung von Chefredakteur Tobias Weger über die Jahre eine redaktionelle und fachliche Qualität erarbeitet hat. Diese Qualität wollen wir 2026 im hybriden Betrieb und ab 2027 rein digital weiter ausbauen. Einen erheblichen Beitrag dazu hat auch unser IKGS-Kommunikationsteam geleistet: In vielen Arbeitsstunden hat es den Aufbau dieser Plattform gemeinsam mit unseren Dienstleisterinnen und Dienstleistern in die Praxis umgesetzt. 

Der größte Dank gilt aber unseren Abonnentinnen und Abonnenten, unseren Autorinnen und Autoren sowie allen weiteren Unterstützerinnen und Unterstützern. Am Ende dieses Editorials steht daher eine Bitte an unsere treuen wie auch an unsere neuen Leserinnen und Leser: Schreiben Sie uns, was Ihnen gefällt und wo Sie noch Verbesserungsbedarf sehen. Vor allem aber: Bleiben Sie uns gewogen! 

Herzlich grüßt  
Ihr  
Florian Kührer-Wielach  
Herausgeber der SPIEGELUNGEN