wieder schlage ich das heft auf
wieder schlage ich das heft auf schreibe
die nächste zeile
nichts!
heut morgen
die beine
eine handbreit überm knie
erzittert der rock
zwei schwarze augen
otschi tschornyje … otschi strastnyje
die brünetten sind geil!
sagt der milizmann
hab mitleid mit diesem lausigen kerl!
nachts am Ghica-Tei
und seither
herrschen der krach und der zorn
avant et après
zu etwa 70 bis 80 %
und ich bin … schon
am finish
wie falsch sich das anhört
aus meinem munde –
schon.
november – unschuldslamm
fingerdick der staub auf den dielen
zwei bananen auf dem schwarzen schrein
zwei neue pampuschen neben dem sessel …
neu? zwei?
aug in aug
wir beide
du auf dem bild
ich versunken in deinem fauteuil
einst war er grün, jetzt ist er braun
und der oktober geht zur neige
wart ab, wie der november wird
„ein unschuldslamm“, hätschelte ihn
Maria Banuş
repetitio est mater studiorum!
wie ist wohl der herbst
in jener welt
mit ausgestopften pferden in den alleen
und du, fühlst du
wartest du
willst du noch?
der packard und die hyäne
seit vielen nächten schon heult die hyäne
neben vaters packard … es regnet draußen
’s ist vollmond wie im traum eines alten du bist noch ein kind
draußen bläst der wind hilf mir die treppe hoch geschwind
ein kellner wohnt unterm dach, er ist stumm
und bedient in der kaserne
Ana Kelemen weißt du noch
wie er dich aufs bett legte
dir die bluse aufknöpfte
mit den zähnen
eine brise wehte romanzen erklangen
nur ihm gefror das lied auf den lippen
das gelbe triste meer blökt
wie eine eilig ausgedrückte zigarette
an fremdem ufer
nur vaters packard und die hyäne
verschwinden wie der leuchtturm im nebel
peu à peu
jenseits der tür
warum nur nachts
das martinshorn der rettungswagen
hundegebell
das taube quietschen des holzes
jenseits der tür
ich habe wohl den fernseher angelassen
warum nur nachts
der japanische fischer
harakiri begeht
mit einem bambusschwert
die ehre gebietet es
das blut gehorcht
comme il est noir le rouge
bei der teezeremonie
im 10. stock
warum bist du damals in rotterdam
geklettert auf den fenstersims
im 10. stock
hast ihr zugewinkt weil alle
blondinen mutter glichen …
rote stiefel hatte sie an
hielt an der ampel
vater grün angelaufen
mit dem bogen in der hand
sie wollte die straße überqueren
zwischen den heißen schlitten
der wind hat mir
ein lied erzählt
und vaters bogen
zerstäubt den schnee
hörst du sie heulen
es ist als sähe ich dich gähnen
sähe wie dir das buch aus der hand fällt
wie dein auge unterm lid verschwindet
Fjodor Michailowitsch
– der name nach dem der vorhang fällt –
hörst du sie schreien die amazonen
hörst du sie heulen die hyänen
um die schreibmaschine herum
Fjodor Michailowitsch
o rhythmischer lärm
des eingeschneiten schredders
am berghang
o ja ich erinnere mich
an die pietät, sagst du
du da mit den milchzähnen
sie hat heiße brüste und schenkel
in deinen händen Fjodor Michailowitsch
wer folgt
wer ist dran
Aus dem 2023 erschienen Band Fetiţa strigă ȋn pahar [Das Mädchen schreit ins Glas].