https://doi.org/10.82486/sp.2025.11.579

Aus dem IKGS 2/2024

Berichtszeitraum: März 2024 – August 2024 

Hauptseminar: Vereinskultur im Habsburgerreich 

PD Dr. Angela Ilić hielt im Sommersemester 2024 ein Hauptseminar zum Thema Vereinsleben und Vereinskultur im Habsburgerreich ab dem späten 18. Jahrhundert bis 1918 am Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.    

Übung: Historische Stereotypenforschung   

PD Dr. Tobias Weger leitete im Sommersemester 2024 an der Ludwig-Maximilians-Universität München eine Übung zum Thema Einführung in die Historische Stereotypenforschung

Vortrag: Kulturelle Aspekte der EU-Erweiterung 

Im Rahmen der eintägigen Veranstaltung im Stuttgarter Rathaus zum Thema Mehr Europa wählen. Nachhaltigkeit, Migration und EU-Erweiterung mit Fokus auf die Europawahlen im Juni 2024 hielt PD Dr. Angela Ilić am 12. April 2024 einen Vortrag zu Kulturellen Aspekten der EU-Erweiterung. Hauptveranstalter war die Evangelische Akademie Bad Boll.  

Vortrag: Lehrstück für Europa? Ethnien und (ihre) Religionen in der Dobrudscha 

Auf dem Mitte April 2024 vom Katholischen Bildungswerk Erbacher Hof in Verbindung mit dem Bessarabiendeutschen Verein e. V. im Roncalli-Haus in Magdeburg organisierten Seminar sprach PD Dr. Tobias Weger über die hauptsächlich aus Bessarabien Anfang des 19. Jahrhunderts in die Dobrudscha eingewanderten Deutschen sowie über die in der Region beheimateten Muslime und Orthodoxen. 

Filmvorführung: Die letzten Österreicher (2020) 

Gemeinsam mit dem Haus des Deutschen Ostens (HDO) zeigte das IKGS am 30. April 2024 den Film Die letzten Österreicher (2020). Im Dokumentarfilm wurden Nachkommen österreichischer Einwanderer in Ukraine über den Zeitraum von drei Jahren bei ihren Lebensentscheidungen begleitet. An die Filmvorführung schloss sich eine von PD Dr. Angela Ilić moderierte Diskussionsrunde mit dem Regisseur Lukas Pitscheider an. Die Veranstaltung fand im Rahmen des HDO-Schwerpunktes Deutsche in der Ukraine im Fokus statt. 

Vortrag: Die Nibelungen auf Budapester Bühne 

Im Rahmen der internationalen Tagung Die europäische Rezeption des Nibelungenliedes, die am 10. und 11. Mai 2024 an der Meraner Akademie stattfand, hielt Dr. Enikő Dácz einen Vortrag über die Rezeption des Nibelungenliedes in Ungarn. Der Vortrag fokussierte auf Dramen von János Térey und László Márton, die zu den prominentesten Vertretern der ungarischen Gegenwartsliteratur zählen, und kontextualisierte die Rückkehr der Nibelungen auf die ungarische Bühne zu Beginn des 21. Jahrhunderts, indem sie nach den ausgearbeiteten Sinnpotentialen des Stoffes fragte. 

Buchvorstellung: Identitäten in regionalen Zentren 

Am 14. Mai 2024 stellte PD Dr. Angela Ilić ihre neulich erschienene Monografie, Identitäten in regionalen Zentren der Habsburgermonarchie 1867–1918. Die Fallbeispiele Rijeka und Maribor, im Museum der Stadt Rijeka vor. Bei der Veranstaltung sprachen auch Ervin Dubrović, ehemaliger Direktor des Museums, Dr. Ivan Jeličić sowie Dr. Marko Medved, beide von der Universität Rijeka, über das Buch. Über die Buchvorstellung berichteten auch die örtlichen Medien in kroatischer und italienischer Sprache. 

Vortrag: The Imperial Legacies of Churches in Hungary in the Service of Hungarian Colonial Ambitions in Rijeka 

Im Rahmen der Tagung Postcolonial, Decolonial, Postimperial, Deimperial, die vom ERC-Projektteam REVENANT—Revivals of Empire: Nostalgia, Amnesia, Tribulation an der Universität Rijeka organisiert wurde, hielt PD Dr. Angela Ilić am 15. Mai 2024 einen Vortrag über die Rolle der Kirchen mit Bezug auf die ungarischen kolonialen Ambitionen im späthabsburgischen Fiume/Rijeka und warf dabei Fragen zur Kolonisierung und zivilisierungsmissionarische Tätigkeiten auf. 

Vortrag: Emília Kánya (1828–1905) in (Buda)pest, Temeswar und Rijeka 

Am 16. Mai 2024 hielt PD Dr. Angela Ilić an der Abteilung für Germanistik der Universität Rijeka einen Vortrag über das Leben und das mehrsprachige Œuvre Emília Kányas, einer ungarischen Zeitungsherausgeberin, Journalistin und Autorin, die ihre letzten 21 Lebensjahre in Rijeka verbrachte. 

Vortrag: Dacians, Romans and the Romanians’ Quest for Continuities 

Im Rahmen der Jahrestagung des GWZO Leipzig zum Thema Myths of the Past in Service of the Present. Resurging Imaginations of National Origins in Central, Eastern and Southeastern Europe hielt PD Dr. Tobias Weger Anfang Juni einen Vortrag über Dacians, Romans and the Romanians’ Quest for Continuities

Laudatio: Mitterauer-Förderungspreis 2023 

Am 18. Juni 2024 hielt Dr. Florian Kührer-Wielach die Laudatio auf den Träger des Förderungspreises der Michael Mitterauer-Preise für Gesellschafts-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte in Wien des Jahres 2023, Dr. Andreas Pfützner. Er wurde für seine Dissertation Die rumänisch-jüdische Frage. Die Entstehung einer europäischen Anomalie (ca. 1772–1870) ausgezeichnet. 

Diskussion: Gefährdetes Hinterland: Kulturgutschutz in der ukrainischen Nordbukowina 

Auf dem Bundeskongress Heimat, der am 24. und 25. Juni 2024 stattfand und unter dem Motto Zeichen von Krieg und Frieden stand, diskutierte Dr. Florian Kührer-Wielach anhand des Praxisbeispiels Gefährdetes Hinterland: Kulturgutschutz in der ukrainischen Nordbukowina mit Dr. Inge Gotzmann (Bund Heimat und Umwelt in Deutschland), Dr. Rita Mohr de Pérez (Amt für Bildung und Kultur im Landkreis Teltow-Fläming), Prof. Dr. Christoph Rass (Universität Osnabrück) sowie Serhij Lukanjuk (International Office der Nationalen Jurij-Fedkowytsch-Universität Czernowitz/Tscherniwzi, Ukraine). 

Vortrag: „faktisch und geistig unsere Zeit und Welt zu gestalten“ 

IKGS-Mitarbeiterin Dr. Enikő Dácz hielt am 26. Juni 2024 im Rahmen der Ringvorlesung Menschen in Beziehung: Perspektiven auf Netzwerke und Verflechtungen in (Alt-)Österreich des Doktoratskollegs Austrian Studies an der Universität Innsbruck einen Vortrag über Deutschsprachige literarische Netzwerke in Zentraleuropa im 20. Jahrhundert. Sie ging auf zentraleuropäische deutschsprachige literarische Felder und Netzwerke aus einer transnationalen und transdisziplinären Perspektive ein und rückte Akteure in den Fokus, deren Tätigkeit die Fachliteratur überwiegend im nationalliterarischen Rahmen untersucht oder gänzlich marginalisiert hat. 

IDM-Melange: Vorstellung des IKGS 

Im Rahmen des Formats „IDM-Melange“ des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa in Wien stellte Dr. Florian Kührer-Wielach am 26. Juni 2024 das IKGS vor. Gemeinsam mit dem Direktor des IDM, Sebastian Schäffer, und dem IDM-Team wurden verschiedene Möglichkeiten der Zusammenarbeit besprochen. 

Kurzvortrag bei Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben 

Im Rahmen der 63. Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben in der Basilika St. Anna in Altötting sprach PD Dr. Angela Ilić am 14. Juli 2024 das Wort des Laien zum Thema Märtyrer und Glaubenszeugen: Mutige Vorbilder

Buchpräsentation: Handbuch der Literaturen aus Czernowitz und der Bukowina 

Am 15. Juli 2024 wurde das von Andrei Corbea-Hoișie, Steffen Höhne, Oxana Matiychuk und Markus Winkler herausgegebene Grundlagenwerk an der Ludwig-Maximilians-Universität München vorgestellt. Es moderierte Dr. Enikő Dácz. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Bukowina-Institut Augsburg, der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien sowie dem Institut für Deutsch als Fremdsprache der LMU München statt.  Die Buchvorstellung kann als Podcast auf https://zwischengrenzen.online nachgehört werden. 

Vortrag: Rewriting and Politics in Contemporary Hungarian Children’s Literature 

Im Rahmen des internationalen Workshops Politics of Text and Image in Children’s Culture: Contemporary Eastern Europe and Beyond, der von der Illinois Wesleyan University sowie der Ludwig-Maximilians-Universität München in der Internationalen Jugendbibliothek im Schloss Blutenburg organisiert wurde, referierte IKGS-Mitarbeiterin Dr. Enikő Dácz über aktuelle Tendenzen in der ungarischen Kinderliteratur. 

Vorträge: (Im)Materielles Kulturerbe in Südosteuropa im Spiegel des IKGS-Fotoarchivs / Sakralbauten und ihre Reinterpretation nach Migrationen: Das Beispiel Dobrudscha (Rumänien) 

Im Rahmen der Tagung (Im)Materielles kulturelles Erbe als Praxis – Rekonstruktionen und Reinszenierungen in Mittel- und Osteuropa, veranstaltet von der Kommission Kulturelle Kontexte des östlichen Europa in der Deutschen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft und der Fachkommission für Empirische Kulturwissenschaft im Herder-Forschungsrat, hielten PD Dr. Angela Ilić und PD Dr. Tobias Weger am 25. Juli 2024 jeweils einen Vortrag. PD Dr. Angela Ilić sprach über das (Im)Materielle Kulturerbe in Südosteuropa im Spiegel des IKGS-Fotoarchivs, während PD Dr. Tobias Weger auf Sakralbauten und ihre Reinterpretation nach Migrationen am Beispiel der Dobrudscha einging. PD Dr. Tobias Weger war auch an der Organisation der Tagung beteiligt und führte am 26. Juli die Konferenzteilnehmer auf Spuren des östlichen Europa durch München.  

Studienexkursion: Auf den Spuren der Donauschwaben 

Die von Dr. Florian Kührer-Wielach in Zusammenarbeit mit Arte Travel Klausenburg/Cluj-Napoca (Traian Almașan) organisierte Studienreise führte Ende Juli 2024 in historische Regionen, die über drei Jahrhunderte von der donauschwäbischen Kultur mitgeprägt wurden. Auf dem Programm standen unter anderem zwei Europäische Kulturhauptstädte – Neusatz/Novi Sad in der Batschka (2022) und Temeswar/Timișoara (2023) im rumänischen Banat –, die ungarische Stadt Baja/Frankenstadt mit seinem Ungarndeutschen Bildungszentrum, das in Serbien gelegene Jugendstil-Kleinod Maria-Theresiopel/Subotica und ein Besuch in Nitzkydorf/Nițchidorf, dem Geburtsort der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, Hintergrundgespräche und Begegnungen mit Vertretern der deutschen Minderheit, Zivilgesellschaft, Bildung und Kultur sowie historische Gedenkstätten zur Geschichte der Donauschwaben und Österreich-Ungarns. 

Vorträge: Bessarabien und Dobrudscha in Sachsen-Anhalt 

Auf einem Seminar für Deutsche aus der Dobrudscha und aus Bessarabien bzw. deren Nachkommen, das am 31. August 2024 von der Regionalgruppe Sachsen-Anhalt im Bessarabiendeutschen Verein e.  V. organisiert wurde, hielt PD Dr. Tobias Weger zwei Vorträge zu den Themen Wege in die osmanische Dobrudscha – Deutsche auf Wanderschaft ab 1840 und Die nationalsozialistische Umsiedlung der Deutschen aus Bessarabien und der Dobrudscha 1940. 

Institutsgäste 

Im Anschluss an seine Zeit als Praktikant im IKGS forschte Patrick Graur, Doktorand am DFG-Graduiertenkolleg 2806 Literatur und Öffentlichkeit nach 1945 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, im März 2024 als Gastwissenschaftler im IKGS. 

Am 29. April 2024 freute sich das IKGS über den Besuch einer Gruppe Studierender der Germanistik an der Babeș-Bolyai-Universität Cluj-Napoca/Klausenburg und ihres Professors Dr. András F. Balogh. Sie erhielten Einblicke in die Arbeit des Instituts und konnten auch einen Blick in die Bibliothek werfen.    

Publikationen der IKGS-Mitarbeiter:innen 

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter des IKGS veröffentlichten zuletzt folgende Beiträge und Bücher: 

Enikő Dácz: Eine stürmische Nacht / O noapte furtunoasă (1943) R: Jean Georgescu. In: Dana Duma, Stephan Krause, Anke Pfeifer (Hgg.): Klassiker des rumänischen Films. Marburg 2024, S. 27‒34.  

Enikő Dácz: Verliebt in das Wesentliche. Betrachtungen zu István Keménys Gedicht Kleinmut. In: Jan Cölln, Anne Gessing, Doreen Brandt, Helmut Braun (Hgg.): Lyrik interdisziplinär. Texte und Studien zu Ehren von Franz-Josef Holznagel. Basel, Berlin 2024, S. 357‒369.  

Enikő Dácz: Die „volksdeutsche Kulturleistung“ des auslandsdeutschen „Dichters und Kämpfers“. Adolf Meschendörfers Positionierungsstrategie im literarischen Feld der 1930er-Jahre. In: dies., Réka Jakabházi, János Szabolcs (Hgg): Deutschsprachige literarische Felder und Akteure in Zentraleuropa im postimperialen Kontext. Wien 2024, S. 45‒64.  

Enikő Dácz, Réka Jakabházi, János Szabolcs (Hgg): Deutschsprachige literarische Felder und Akteure in Zentraleuropa im postimperialen Kontext. Wien 2024. 

Angela Ilić: Identitäten in regionalen Zentren der Habsburgermonarchie 1867–1918. Die Fallbeispiele Rijeka und Maribor. Wiesbaden 2024. 

Florian Kührer-Wielach, Svetlana Suveica: Zwischen den Mächten: Identitäten, Ideologien und Menschen in der moldauischen Geschichte. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Republik Moldau. Aus Politik und Zeitgeschichte 74 (2024), S. 6–13. Das Heft steht auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung zum kostenlosen Download bereit. 

Tobias Weger: Heilige Gräber in Schlesien. Ein Beitrag zur Frömmigkeitsgeschichte der Frühen Neuzeit in Zentraleuropa. In: Rainer Bendel (Hg.): Religiöse Praxis und Volksfrömmigkeit in Schlesien. Münster 2022, S. 77–108. 

Tobias Weger: Was geschah mit den ehemals deutschen Kirchen in der Dobrudscha? In: Mitteilungsblatt des Bessarabiendeutschen Vereins e. V. 79 (2024) H. 3, S. 11f. 

Tobias Weger: Postimperiale Kolonialimaginationen. Adolf Meschendörfer und die Dobrudscha – zwischen Literatur, Publizistik und Politik. In: Enikő Dácz, Réka Jakabházi, János Szabolcs (Hgg): Deutschsprachige literarische Felder und Akteure in Zentraleuropa im postimperialen Kontext. Wien 2024, S. 65–78. 

Tobias Weger: Zwischen Sprachen, Religionen und Konfessionen. Alltagspragmatismus in der Dobrudscha im 19. und 20. Jahrhundert. In: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 2024. Hg. von der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften – Institut für Volkskunde. München 2024, S. 37–50. 

Neuerscheinungen des IKGS 

Ottmar Trașcă, Virgiliu Țârău, Corneliu Pintilescu (Hgg.)  

Building a Nazi Racial Community. Mobility and Transnational Transfers between Nazi Germany and the South-Eastern European Volksdeutsche 

IKGS-Buchreihe, Band 144 

Regensburg: Verlag Friedrich Pustet 2024, 544 Seiten, EUR 39,95 

Im letzten Jahrzehnt erschienen zahlreiche Beiträge, die den transnationalen Charakter des Faschismus untersuchten, wenige jedoch gingen auf die Verstrickungen und Einflüsse zwischen dem Dritten Reich und den rechtsradikalen Bewegungen der deutschen Minderheiten in Südosteuropa ein. Der vorliegende Band möchte diese Lücke schließen, indem er Untersuchungen über die NS-Bewegungen unter den Deutschen in Rumänien, Ungarn, Jugoslawien und der Tschechoslowakei sowie deren Beziehungen zu Deutschland veröffentlicht. Die Kapitel behandeln Aspekte wie das Anwachsen der NS-Bewegung unter den jungen „Volksdeutschen“, das Kulturleben, die Veränderungen in der deutschsprachigen Presse oder die Ressourcen-Mobilisierung zur Unterstützung des von Hitler geführten Krieges. Besondere Aufmerksamkeit wird dem Transfer von Praktiken in Politik, Ideologie und Propaganda geschenkt.  

Philippe Henri Blasen, Ovidiu Buruiană (Hgg.) 

Rumänisch-deutsche Spiegelungen. Die diskursive Darstellung Deutschlands und der Deutschen in Rumänien (1918-1940) 

IKGS-Buchreihe, Band 145 

Regensburg: Verlag Friedrich Pustet 2024, 240 Seiten, EUR 29,95   

In elf Beiträgen behandelt dieser Sammelband die diskursive Darstellung Deutschlands und der Deutschen im Rumänien der Zwischenkriegszeit. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf den Deutschland- und Deutschenbildern der ethnischen Rumänen, sondern auch auf jenen der deutschsprachigen Bukowiner Juden und der Luxemburger sowie auf den Fremd- und Eigenbildern der Rumäniendeutschen. Ein zwölfter Beitrag beschäftigt sich als Exkurs mit der Rezeption der rumänischen Literatur in der deutschsprachigen Bukowiner Presse. Die Aufsätze von Autoren und Autorinnen aus unterschiedlichen Fachgebieten und Regionen vereinen historische und literarische sowie rumänische und westeuropäische Perspektiven. 

Angela Ilić 
Identitäten in regionalen Zentren der Habsburgermonarchie 1867–1918. Die Fallbeispiele Rijeka und Maribor 

Balkanologische Veröffentlichungen, Band 70 

Wiesbaden: Harrassowitz-Verlag 2024, 328+XII Seiten, EUR 68,00 

Im Mittelpunkt dieser multiperspektivisch und multilingual angelegten Studie stehen die Entwicklung und Repräsentation unterschiedlicher Identitätskonstruktionen im öffentlichen Raum zweier verschiedener Städte der späten Habsburgermonarchie: Rijeka/Fiume/Reka/St. Veit am Pflaum sowie Maribor/Marburg (an der Drau). Die Verbreitung und die Auswirkungen von Nationalismus, Panslawismus, Lokalpatriotismus, regionalen Selbstidentifizierungen sowie weiteren Ideologien und Bewegungen werden in beiden Städten dargestellt. 

Um die dynamischen kulturellen Verflechtungen und Wechselwirkungen zu erfassen, untersucht die Autorin die zentralen Themen und Probleme der identitätsstiftenden Prozesse sowie die öffentlichen Selbstdarstellungen ausgewählter Bevölkerungsgruppen und sprachlicher Entitäten – in Rijeka deutsch, fiumanisch, italienisch, kroatisch, ungarisch, serbisch und slowenisch, in Maribor deutsch, slowenisch, kroatisch und tschechisch. Ergänzt wird dies durch die vergleichende Analyse schriftlicher Quellen aus Sprach-, Kultur- und Sportvereinen sowie religiösen Gemeinden in beiden multikulturellen und multireligiösen Orten. Beispiele aus der zeitgenössischen Presse veranschaulichen die Entwicklungen auf der lokalen und regionalen Ebene und ordnen sie in die nationalen und europaweiten Kontexte ein. 

Enikő Dácz, Réka Jakabházi, János Szabolcs (Hgg): 

Deutschsprachige literarische Felder und Akteure in Zentraleuropa im postimperialen Kontext.  

Großwardeiner Beiträge zur Germanistik, Band 16 

Praesens: Wien 2024, 161 Seiten, EUR 27,70 

Am XII. Internationaler Kongress der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR), der vom 2.‒6. September 2022 in Constanța/Konstanza stattfand, lud das IKGS gemeinsam mit den Germanistischen Lehrstühlen der Babeș-Bolyai- sowie der Partium-Universität in einer Sondersektion dazu ein, deutschsprachige literarische Felder und Netzwerke der Zwischenkriegszeit in Zentraleuropa über nationale Grenzen hinaus zu untersuchen. Der Band versammelt ausgewählte Beiträge des Tagungspanels. Die geteilte Erfahrung der Österreichisch-Ungarischen Monarchie vor 1918 bietet die Grundlage für die gemeinsame Betrachtung unterschiedlichster deutschsprachiger Felder von der Bukowina bis hin zu Krain oder der kroatischen Hauptstadt Zagreb. 

Das Buch erschien mit freundlicher Unterstützung der GGR, des IKGS und der Christlichen Universität Partium.