Frieder Schuller
Frieder Schuller, geboren 1942 in Katzendorf (rum. Cața, ung. Kaca), studierte Theologie in Hermannstadt (rum. Sibiu, ung. Nagyszeben) und Germanistik in Klausenburg (rum. Cluj-Napoca, ung. Kolozsvár). Er arbeitete als Kulturredakteur in Kronstadt (rum. Braşov, ung. Brassó), ab 1972 als Dramaturg am deutschsprachigen Theater von Hermannstadt. Sein erster Band mit Gedichten in deutscher Sprache erschien 1969. Das Erscheinen seines dritten Lyrikbands wurde untersagt und zwei seiner Theaterstücke durften nicht aufgeführt werden. 1978 wanderte er in die Bundesrepublik Deutschland aus. Er schrieb Prosa und Lyrik, u. a. Paß für Transsilvanien (1979), und schuf Dokumentar- und Spielfilme. Der Glockenkäufer (1984) war der erste Spielfilm zum Thema Heimatverlust der Siebenburger Sachsen; ein Spielfilm über Paul Celan trug den Titel Im Süden meiner Seele (1994). 1986 wurde ihm der Andreas-Gryphius-Preis zuerkannt. Für seine Drehbücher erhielt er zweimal die Filmförderprämie. Unter seinen späteren Gedichtbänden sind Mein Vaterland ging auf den roten Strich (2007) und Die Angst der Parkbank vor dem Abendrot (2016). 2012 wurde sein Theaterstück Ossis Stein oder Der werfe das erste Buch uraufgeführt, das sich mit dem Verhältnis von Oskar Pastior zum rumänischen Geheimdienst Securitate beschäftigt. Schuller lebt in Berlin und in Katzendorf, wo er seit 1992 die Katzendorfer Kulturtage organisiert und den jährlich vergebenen Katzendorfer Dorfschreiberpreis kuratiert. Sein neuer Roman Dr. Draculescu ist in Vorbereitung.