Heft 1/2017, Jg. 12 (66), Verlag Friedrich Pustet, Regensburg

Spätestens seit dem translational turn, der in den 1980er-Jahren einsetzte, ist die Umorientierung der Übersetzungswissenschaft als Kulturwissenschaft und ihre Neubewertung im Gange. In Heft 1/2017 der Spiegelungen wird das literarische Übersetzen aus dem linguistisch-textlichen Paradigma herausgehoben und als wichtige Form des Kontakts zwischen unterschiedlichen südosteuropäischen Literaturen und dem deutschsprachigen Raum untersucht. Die Aufsätze setzen sich u. a. mit den neuen Leitkategorien kultureller Übersetzung, der Übersetzung als Kulturtechnik, der Auswirkung der politischen Wende auf die Übersetzungen aus südosteuropäischen Sprachen ins Deutsche und umgekehrt, Schriftstellern als Übersetzern und mit Rückwirkungen der Übersetzungen bzw. ihrem Einfluss auf die Rezeption im Heimatland auseinander.

Inhaltsverzeichnis (PDF)

WISSENSCHAFT
Kontaktzonen literarischer Übersetzung
Enikő Dácz: Vorwort zum Schwerpunktthema

Kriszta Busa: Wer haftet für den nächsten ungarischen Bucherfolg?

Tanja Žigon und Amalija Maček: Politik und Übersetzen. Auswirkung der politischen Wende(n) auf die Übersetzungen aus dem Deutschen ins Slowenische

Kati Brunner: Der literarische Text als kulturelle Übersetzung. Die bukowinische Schriftstellerin Olga Kobylanska zwischen deutschsprachiger und ukrainischer Literatur

Übersetzen in der Praxis
Jurko Prochasko: Im übertragenen Sinn – im Sinne der Übertragung. Zwischen Übersetzen und Psychoanalyse

Georg Aescht: Ein Pfingstfest findet nicht statt. Dem Übersetzer bleibt sein selbstgerechtes Lamento über seine selbstverschuldete Mühsal

Enikő Szenkovics: Übersetzen. Vom Hobby zur Verpflichtung

Nora Iuga: Der Übersetzer ist ein Wortbändiger

Projektwerkstatt
William Hayter: Translating Poetry of the Holocaust. Manfred Winkler

Cosmin Dragoste: Übersetzung als Vermittlung. Die Übersetzertätigkeit von Ştefan Octavian Iosif

Literaturwissenschaft
Chiara Conterno: In den Fußstapfen Conrad Ekhofs? Der Pojaz von Karl Emil Franzos und die jüdische Theatromanie

Quellen
Mária Rózsa: Das Pesth-Ofner Localblatt 1850–1865. Ein Beitrag zum deutschsprachigen Pressewesen von Pesth-Ofen

Rezensionen
Bálint Balla, Wolfgang Dahmen, Anton Sterbling: Demokratische Entwicklungen in der Krise? Politische und gesellschaftliche Verwerfungen in Rumänien, Ungarn und Bulgarien (Olaf Leiße) / Lucian Boia: Strania istorie a comunismuliu românesc (şi nefericite ei consecinţe) (Oleg Friesen) / Ulrich Brinkmann: Sieben Mal Siebenbürgen. Architekturentdeckungen zwischen Braşov, Cluj und Sibiu (Timo Hagen) / Roxana Nubert: Temeswarer Beiträge zur Germanistik (Markus Fischer) / Tereza Pavlíčková: Die Entwicklung des Nationalitätenkonflikts in der Znaimer deutschen Presse 1850‒1938 (Cristina Spinei) / Sören Pichotta: Schicksale – Deutsche Zeitzeugen in Rumänien. Lebensmut trotz Krieg, Deportation und Exodus und Ortfried Kotzian, Ioana Scridon, Luzian Geier: Deportation von Bukowinadeutschen in die Sowjetunion (Alexander Rubel) / Heléna Tóth: An Exiled Generation. German and Hungarian Refugees of Revolution, 1848–1871 (Gábor Gángó) / Andrea Zink, Sonja Koroliov: Unterwegs-Sein. Figurationen von Mobilität im Osten Europas (Milka Car)

Berichte
III. DiMOS-Tagung 2016 in Regensburg (Elisabeth Knipf-Komlósi und Márta Müller) / Nachwuchs-Workshop in Bad Kissingen: »Lost Places – Shared Spaces« (Gustav Binder) / Workshop: »Rumäniendeutsche Literatur und Biographien« in Jena (Alice Buzdugan) / Tagung: »100 Jahre Hungarologie in Berlin« (Juliane Brandt) / Workshop: »Das multiethnische Kronstadt als literarischer Erfahrungsraum in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts« (Réka Sánta-Jakabházi) / Tagung: »Challenges and Opportunities of Migration in and from South East Europe« (Ralf Grabuschnig) / »Căpitan Codreanu und seine Erben«. Aufstieg, Fall und posthume Karriere des rumänischen Faschistenführers und seiner Bewegung – Buchvorstellung und Runder Tisch (Katrin von Boltenstern)

LITERARISCHE TEXTE
Johann Lippet: Prosa

Johann Lippet: ich könnte meinen kopf zum museum erklären oder Richard Wagner in Selbstzeugnissen

Liviu Rebreanu:  Der Wald der Gehenkten. Neu übersetzt von Georg Aescht (Auszug)

Carmen Elisabeth Puchianu: Gedichte

Illustrationen von Armin Mühsam

KULTUR
Aspekte
Zsuzsanna Gahse: Kleiner Städtevergleich

Eginald Schlattner: Biografie der gewussten Wirklichkeit

Christina Rossi: 45 Jahre Aktionsgruppe Banat

Nora Iuga: Rolf Bossert und die Welle des Jahres Siebzig

Gerhardt Csejka: Richards Mühle: mahlend vom Rand zur Mitte

Anton Sterbling u. a.: Ein Satz für Richard Wagner. Gratulationen zum 65. Geburtstag von Freunden, Weggefährten, Kollegen und guten Bekannten

Michaela Nowotnick: „Es sind wie immer mehrere Projekte“ – Gespräch mit William Totok

Irina Wolf: „Ich möchte den Frauen etwas zurückgeben in dieser männerdominierten (Theater-)Welt“ – Interview mit Thomas Perle

Mira Miladinović Zalaznik: Igor Šentjurc, ein begnadeter Fabulierer

Olivia Spiridon: Hundert Jahre seit der Geburt von Georg Scherg

Cornelius Scherg: »Jedes Blatt Papier, das er in die Finger bekam, wurde wie unter Diktat beschrieben«.

Klára Kuti: Wir und die Anderen. Zur Gegenwart des Ungarndeutschen Museums Tata

Ladislau Gyémánt: Nachruf auf Krista Zach

Besprechungen
Sofia Andruchowytsch: Der Papierjunge (Marina Klyshko) / Kateryna Babkina: Heute fahre ich nach morgen (Kati Brunner) / Svetislav Basara: Die Verschwörung der Radfahrer (Milka Car) / Ruth Beckermann: Die Geträumten (Martin A. Hainz) / Max Blaeulich: Unbarmherziges Glück (Horst Samson) / Ana Blandiana: Die vier Jahreszeiten (Edith Konradt) / György Dragomán: Der Scheiterhaufen (Jürgen Israel) / Kristiane Kondrat: Ein großer Buchstabe fällt von der Wand (Olivia Spiridon) / Terézia Mora: Die Liebe unter Aliens (Klaus Hübner) / Iván Sándor: Husar in der Hölle 1914 (Imre Kurdi) / Andrei Schwartz: »Himmelverbot« (Aurelia Brecht)

FORUM
Rundschau

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