https://doi.org/10.82486/sp.2026.06.2254

Aus dem IKGS 1/2026

Lehrveranstaltung: Literarische Rauminszenierungen 

IKGS-Mitarbeiterin Dr. Enikő Dácz hielt im Wintersemester 2025/26 ein Proseminar mit dem Titel „Literarische Rauminszenierungen in zentraleuropäischen Kontexten. Deutschsprachige Literaturen zwischen räumlicher Semantisierung und Deterritorialisierung“ am Institut für Deutsch als Fremdsprache an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 

Lehrveranstaltung: Jugoslawien in Europa und in der Welt 

Im Wintersemester 2025/26 bot IKGS-Mitarbeiterin PD Dr. Angela Ilić an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz ein Hauptseminar mit dem Titel „Jugoslawien in Europa und in der Welt“ an. 

Lehrveranstaltung: Umsiedlungen während des Zweiten Weltkriegs 

An der Ludwig-Maximilians-Universität München hielt IKGS-Mitarbeiter PD Dr. Tobias Weger im Wintersemester 2025/26 ein Aufbauseminar zum Thema „Die nationalsozialistischen Umsiedlungen deutscher Minderheiten aus Südosteuropa: Bessarabien, Bukowina, Dobrudscha, Gottschee“. 

Koordinierungstreffen: Trentschin/Trenčín (Slowakei) –2026 Europäische Kulturhauptstadt 

Im September 2025 nahm IKGS-Mitarbeiter PD Dr. Tobias Weger an dem vom Deutschen Kulturforum östliches Europa (DKF), Potsdam, vor Ort im Kulturhauptstadtbüro organisierten Koordinierungstreffen teil. Außerdem begleitete er die ebenfalls vom DKF organisierte Journalistenreise nach Trentschin und Umgebung und fertigte dabei eine Fotodokumentation für die Online-Ausgabe der Spiegelungen 2026 an. 

Vortrag: Flucht, Vertreibung, Integration. Ein historischer Überblick 

Die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen für Wissenschaft und Forschung veranstaltete am 20. September 2025 ein Symposium zum Thema „80 Jahre Flucht und Vertreibung – 75 Jahre Charta der deutschen Heimatvertriebenen“. Das Symposium wurde mit einem Vortrag von IKGS-Direktor Dr. Florian Kührer-Wielach eröffnet. 

Expertenpanel: Impulsvortrag über Religion, Identität und öffentlichen Diskurs 

Am 22. September 2025 hielt IKGS-Mitarbeiterin PD Dr. Angela Ilić einen Impulsvortrag in serbischer Sprache im Rahmen einer Expertendiskussion zum Thema ethnisch-konfessionelle Minderheiten in Serbien, in dem sie auch die religiösen und erinnerungspolitischen Erfahrungen der deutschen Minderheit in Serbien und Jugoslawien thematisierte. Die Veranstaltung wurde vom Balkanologischen Institut der Serbien Akademie der Wissenschaften und Künste organisiert. An der anschließenden Paneldiskussion nahmen weitere Wissenschaftler:innen aus den Fächern Politikwissenschaft, Anthropologie, Religionswissenschaft, Philologie und Medienwissenschaft teil. 

Vortrag: Exotik im Dreiecksverhältnis 

Im Rahmen der Tagung „Europäische Kulturbeziehungen im Weimarer Dreieck. Desiderate, Chancen, Potenziale“ vom 23. bis 25. September 2025 an der Universität Breslau/Uniwersytet Wrocławski hielt IKGS-Mitarbeiter PD Dr. Tobias Weger einen Vortrag zum Thema „Exotik im Dreiecksverhältnis. Französische, deutsche und polnische Zeitgenossen über den osmanischen Sultan Süleyman I.“ 

Vortrag: Der Dichter als „Werber für den deutschen Südosten“ 

Am 10. Oktober 2025 hielt IKGS-Mitarbeiterin Dr. Enikő Dácz im Rahmen der Tagung „Netzwerke der deutschsprachigen Literatur aus Rumänien. Akteure und Institutionen nach dem Ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart“ einen Vortrag, der vor dem Hintergrund der umfassenden Fachliteratur zur Rolle des Literaturbetriebs in der kulturpolitischen Propaganda der NS-Zeit auf Heinrich Zillichs Netzwerk in den 1930er- und 1940er-Jahren einging. Aufgrund von Zillichs Korrespondenz und Tagebüchern ging Dr. Enikő Dácz der Frage nach, mit welchen Akteuren der kulturpolitischen und literarischen Felder er im Austausch stand und wie sich seine Positionierungsstrategie beschreiben lässt, die ihn aus der siebenbürgischen Peripherie auf die Gottbegnadeten-Liste führte. 

Gastvortrag: Does Central Europe Exist? If So, Which One? 

Im Rahmen der zeithistorischen Ringvorlesung der Abteilung für Internationale Studien und Zeitgeschichte der Babeș-Bolyai-Universität Cluj-Napoca/Klausenburg hielt IKGS-Direktor Dr. Florian Kührer-Wielach am 14. Oktober 2025 einen Gastvortrag zum Thema „Does Central Europe Exist? If So, Which One?“ 

Keynote: German, but Austrian: The ethnic Germans and the Dollfuß-Schuschnigg-Regime 

Zum Auftakt der Tagung „Traditions, National Identities, and State Building in East-Central Europe“ des George Barițiu-Geschichtsinstituts der Rumänischen Akademie Klausenburg/Cluj-Napoca in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Bevölkerungsstudien der Babeș-Bolyai-Universität am 16. Oktober 2025 hielt IKGS-Direktor Florian Kührer-Wielach eine Keynote zum Thema „German, but Austrian: The ethnic Germans and the Dollfuß-Schuschnigg-Regime“. 

Vortrag: The Institutional Network and the Role of a Professor for German Language and Literature in Central European Knowledge Transfer 

Im Rahmen der gleichen Tagung untersuchte der Vortrag der IKGS-Mitarbeiterin Dr. Enikő Dácz das institutionelle Netzwerk von Professor Karl Kurt Klein, dem letzten Polyhistor der Siebenbürger Sachsen, in den 1930er- und 1940er-Jahren. Der Fokus lag auf seinen Kooperationen mit Institutionen aus dem Dritten Reich, unter anderem mit der Marburger Burse, dem Deutschen Ausland-Institut, der Deutschen Akademie München, dem Verein für Deutsche im Ausland, dem Leipziger Bibliografischem Institut und dem Institut für Weltwirtschaft in Kiel. 

Vortrag: Ce ne spun arhivele din România despre rețelele literare germane în  perioada interbelică? 

„Was sagen uns die Archive in Rumänien über die deutschsprachigen literarischen Netzwerke der Zwischenkriegszeit?“ Diese Frage erörterte IKGS-Mitarbeiterin Dr. Enikő Dácz in einem Vortrag für Studierende der Geschichte (2. Jahrgang) an der Babeș-Bolyai-Universität Cluj-Napoca/Klausenburg am 14. Oktober 2025. 

Podiumsdiskussion: Macht, Meinung, Medien – Österreichs Politische Landschaft im Fokus 

Der 17. Donausalon des Donaubüros Ulm/Neu-Ulm beschäftigte sich unter dem Titel „Macht, Meinung, Medien: Österreichs Politische Landschaft im Fokus“ mit der aktuellen politischen Lage in Österreich. Im Fokus stand dabei das Verhältnis von Politik und Medien, Einfluss, Meinungsbildung und Inszenierung. Zur Diskussion am 17. Oktober 2025 waren IKGS-Direktor Florian Kührer-Wielach sowie Wolfgang Weber, Forschungsprofessor für Gesundheits- und Sozialpolitik geladen. Es moderierte Antonia Arbeiter-Rauth, Redakteurin beim Standard

Vortrag: Die Karpaten zwischen Mythen und Deterritorialisierung 

Der Vortrag der IKGS-Mitarbeiterin Dr. Enikő Dácz im Rahmen der internationalen Tagung „Reflexionen zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“ am 24. Oktober 2025 ging der Frage nach, wie ausgewählte Werke von Thomas Perle, Dana Grigorcea und Iris Wolff traditionelle ungarisch- , rumänisch- und deutschsprachige Karpatendiskurse kritisch reflektieren, ohne durch Wiederholung zu ihrer Verfestigung beizutragen. Untersucht wurde, wie die Texte Karpaten-Narrative variieren und sie durch ökokritische Neuperspektivierung oder Ansätze wie Nature Writing überschreiben. Bei der Konfrontation divergierender Diskurse bezüglich der Kolonialisierung des zentraleuropäischen Raumes sowie der kontinuierlichen Migrationsbewegungen in der Region avancieren die Karpaten vom Schauplatz zum Sinnbild einer Generation, die die Berge längst verlassen hat. 

Internationales Forum Moldova – Das Jahr 1944 und seine Folgen – Lokale Perspektiven 

Das Internationale Forum Moldova (IFM) in Chișinău hatte im November 2025 seine zweite Ausgabe. Es stand dieses Mal unter dem Thema „Das Jahr 1944 und seine Folgen – Lokale Perspektiven“ und bestand aus einem Nachwuchsseminar, einer Wissenschaftlichen Tagung, einer Dialogrunde und einer Exkursion. 

Das IFM wurde gemeinsam mit dem IKGS von der Konrad-Adenauer-Stiftung Republica Moldova, Universitatea de Stat din Moldova, Universitatea Pedagogică de Stat „Ion Creangă“ din Chișinău, in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte des östlichen Europa, Oldenburg veranstaltet. Im Kontext des IFM hielt IKGS-Mitarbeiter PD Dr. Tobias Weger einen Vortrag zum Thema „Bessarabiendeutsche Geschichte – Hinterlassenschaften und Erinnerung“. 

Vortrag: Die Dobrudscha mit einem anderen Blick 

Im Rahmen des 13. Studientags Rumänien an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (Prof. Dr. Hans Christian Maner) am 24. November 2025 zum Thema „Landschaften und Menschen in der Dobrudscha. Geschichte(n) und Erinnerung“ hielt IKGS-Mitarbeiter PD Dr. Tobias Weger einen Vortrag „Die Dobrudscha mit einem anderen Blick von außen in Reiseberichten des 19./20. Jahrhunderts“ und stellte den aktuellen Stand seines Forschungsprojekts zur Geschichte der Deutschen in der Dobrudscha vor. 

Vortrag: Unde privighetoarea din Carpați și Johnny se întâlnesc 

Der rumänischsprachige Vortrag der IKGS-Mitarbeiterin Dr. Enikő Dácz untersuchte am 14. November 2025 die Karpaten als literarischen Raum in Dana Grigorceas Roman „Die nicht sterben“, der den Dracula-Mythos in einem kleinen Kurort in der Walachei dekonstruiert. Das Buch reiht sich einerseits in die lange Tradition der Dracula-Variationen ein, bietet andererseits durch seine historische Kontextualisierung ein Panorama der rumänischen Gesellschaft. Die Tagung „Historisches Gedächtnis, literarisches Gedächtnis: Herausforderungen und Perspektiven“, in deren Rahmen der Vortrag stattfand, wurde vom „Titu Maiorescu“-Institut für Sozial- und Geisteswissenschaften der Rumänischen Akademie organisiert. 

Vortrag: Auslandsdeutsche, Volksdeutsche, Altösterreicher 

Das Seminar „Deutsch-Tschechische Wechselbeziehungen – Gestern und Heute“ vom 18. November 2025 richtete sich an historisch-politisch Interessierte der breiten Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt des Vortrags von IKGS-Direktor Dr. Florian Kührer-Wielach stand ein differenzierter Blick auf politische, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen, die die Beziehungen der Deutschen des „östlichen Europa“ im „langen“ 20. Jahrhundert geprägt haben. Neben historischen Betrachtungen wurden auch aktuelle Fragestellungen thematisiert, die aus dieser Geschichte erwachsen. Das Seminar wurde in der Bildungs- und Begegnungsstätte „Der Heiligenhof“ in Bad Kissingen in Zusammenarbeit mit der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bundesverband e. V. organisiert. 

Präsentation: Rumänien-Deutschland: Literarische Brücke 

Die Präsentation von IKGS-Mitarbeiterin Dr. Enikő Dácz zum feierlichen Abschluss der Rumänischen Kulturtage am 25. November 2025 in München stellte markante Bücher der letzten 20 Jahre von rumänischen Literaten aus Rumänien oder aus dem deutschsprachigen Raum vor. Neben Enikő Dácz sprachen Ramona Truffin, Dan Ciudin (Apoziția) sowie Brigitte Drodtloff, Filmemacherin und Vorsitzende des GeFoRum. Die Veranstaltung erfolgte in Zusammenarbeit mit Apoziția – Deutsch-Rumänische Kulturgesellschaft e. V. Schüler des Musikseminars München e. V. unter der Leitung von Nadja Preissler begleiteten den Abend musikalisch. 

Filmsoirée: Schon lange kein Frühling mehr 

Es ist Weihnachten, als Alexandra Bidian ihrer Mutter einen Brief schenkt – die Einladung zu einer Reise, die zur gemeinsamen Spurensuche wird. Von Wiesbaden nach Rumänien, auf den Spuren des verstorbenen Vaters. Eines Mannes, der viel gelesen, geschrieben und geschwiegen hat – und über den so vieles im Dunkeln liegt. 

„Schon lange kein Frühling“ ist ein Roadmovie in die Familiengeschichte und in die Geschichte Rumäniens. Und darüber, wie gut wir eigentlich die Menschen kennen, die uns am nächsten stehen. 

Die Soirée war eine Veranstaltung des Haus des Deutschen Ostens in Kooperation mit der Gesellschaft zur Förderung der Rumänischen Kultur und Tradition e. V. und dem IKGS im Rahmen der Rumänischen Kulturtage im November 2025. 

Vortrag: „Volksösterreicher“? Die Zweite Republik und ihr ausgeschlagenes Erbe nach Flucht und Vertreibung 

Der Vortrag vom 25. November 2025 beschäftigte sich mit der Flucht und Vertreibung von deutschsprachigen „Altösterreicherinnen“ und „Altösterreichern“ aus Ost- und Südosteuropa nach dem Zweiten Weltkrieg und deren Integration in die Gesellschaft. Dabei wurden auch die Hintergründe der massenhaften Migration beleuchtet, ebenso wie die gesellschaftliche, politische und kulturelle Reaktion Nachkriegsösterreichs und die heutige Erinnerungskultur. Mit IKGS-Direktor Dr. Florian Kührer-Wielach sprach Dr. Oliver Kühschelm, Co-Leiter des Instituts für Geschichte des Ländlichen Raumes. Der Vortrag wurde vom Forschungsverbund Regionalitäten des Forschungsnetzwerks Interdisziplinäre Regionalstudien in Kooperation mit dem Haus der Geschichte des Museum Niederösterreichs organisiert. 

Lesung und Gespräch mit Matěj Hořava: Pálenka 

Ein junger Lehrer aus Mähren kommt in ein abgelegenes tschechisches Dorf im Banat – eigentlich, um zu vergessen. Das preisgekrönte Romandebüt von Matěj Hořava erzählt in über 40 kurzen Kapiteln von den wesentlichen Ereignissen des Lebens. Die IKGS-Mitarbeiterin Dr. Enikő Dácz moderierte die Lesung von Michal Lochar; übersetzt aus dem Tschechischen hatte Jana Vymazalová. Die Lesung am 10. Dezember 2025 wurde vom IKGS, dem Tschechischen Zentrum, dem Kulturreferat der Böhmischen Länder, der Kulturreferentin für den Donauraum sowie der Landsmannschaft der Banater Schwaben e. V. veranstaltet und im Rahmen des Jahres der tschechischen Kultur finanziell unterstützt von Czechia 2026. 

Buchpräsentation: Dichtung der Verdammten 

Zur literarischen Landschaft der Ukraine gehörte in der kurzen fruchtbaren Epoche nach dem Ersten Weltkrieg ein Dichterkreis, der sich – dem klassischen europäischen Erbe verpflichtet – als Neoklassiker bezeichnete. Mit dem Ende der Förderung der „multinationalen Sowjetliteraturen“ Ende der 1920er-Jahre wurden die ukrainische Sprache und Kultur Zielscheibe staatlicher Repression und Literaten zu „Verdammten“. Der Deutsch-Ukrainer Oswald Burghardt alias Jurij Klen, aus dessen Nachlass die Anthologie „Dichtung der Verdammten“ erfolgte, gehörte dazu. Am 22. Januar 2026 fand eine Lesung und ein Gespräch mit dem Herausgeber Prof. Dr. Andrii Portnov und der Germanistin Dr. Katharina Biegger statt, das von IKGS-Mitarbeiterin Dr. Enikő Dácz moderiert wurde. Die Veranstaltung wurde vom Historischen Kolleg, dem Deutschen Kulturforum östliches Europa, dem Haus des Deutschen Ostens und dem IKGS organisiert. 

Vortrag: Germanness in Post-Conflict Societies: Aspired to, Forbidden, Mixed, Concealed, Forgotten 

 Im Rahmen des Auftaktworkshops der MTA–ELTE Momentum-Forschungsgruppe „Mixed Families: Searching for Identity and Belonging in Post-Conflict Societies (MIXED)“ an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Eötvös-Loránd-Universität Budapest reflektierte IKGS-Mitarbeiterin PD Dr. Angela Ilić in ihrem Vortrag am 26. Februar 2026 über die historische Entwicklung der Identitätskategorie „deutsch“ im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts im ungarischen sowie (post-)jugoslawischen Kontext. Sie betrachtete diese sowohl aus innerer als auch aus äußerer Perspektive anhand verschiedener Formen von (Selbst-)Zuschreibungen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf ethnisch-sprachlich gemischten Familien. 

Projekte im IKGS-Fotoarchiv 

Erschließung, Zugänglichmachung und Präsentation historischer Bilder von Dr. Hugo Grothe 

Im Rahmen dieses vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales finanzierten Projekts wurden zwischen August und Dezember 2025 mehr als 500 historische Fotografien und Negative Hugo Grothes erschlossen, durch das Digitale Forum Mittel- und Osteuropa (DiFMOE) digitalisiert und der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 

Der Jurist, Geograf, Ethnologe und Orientalist Dr. Albert Louis Hugo Grothe (1869–1954) war ein leidenschaftlicher Fotograf. Auf seinen zahlreichen Reisen durch Zentral- und Südosteuropa sowie das Osmanische Reich dokumentierte er vor allem Menschen, Architektur und Landschaften. Ausgewählte Aufnahmen veröffentlichte er in seinen Büchern und Aufsätzen. 

Einen wesentlichen Teil der Sammlung bilden seine Fotografien deutscher Minderheiten im Kaukasus, in Bessarabien, in der Zips und in der Gottschee. In der Zwischenkriegszeit nahm Grothe eine zentrale Rolle in der deutschen Kulturpolitik ein; durch seine Publikationen prägte er maßgeblich die Wahrnehmung dieser Minderheitengruppen in der deutschen Öffentlichkeit. 

Die Bilder der Sammlung stammen aus den Gebieten der heutigen Staaten Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Georgien, Griechenland, Kosovo, Kroatien, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Slowenien, Türkei und Ukraine. 

Die Sammlung ist hier verfügbar.

Auch eine Auswahl von Grothes illustrierten Büchern wurde digitalisiert. 

Weitere Informationen zum Projekt sowie ein kurzes Projektvideo finden Sie auf der Projektseite.

Digitalisierung und Erfassung des fotografischen Teilnachlasses von Dr. Rudolf Hartmann 

Von November 2025 bis Januar 2026 erfolgte die erste Phase der Bearbeitung des Teilnachlasses von Dr. Rudolf Hartmann, der in der Zwischenkriegszeit das Leben und die Traditionen der Ungarndeutschen sowie weiterer deutscher Minderheiten in Mittel- und Südosteuropa dokumentierte. Mehr als 4.000 seiner Fotografien und Negative werden im IKGS-Fotoarchiv aufbewahrt. Im Rahmen des aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten im Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) finanzierten Projektes konnte die erste Phase der Arbeit abgeschlossen werden: Alle Einheiten wurden digitalisiert und ein Teil der Bilder wurde bereits erschlossen. 

Hartmanns Nachlass ist auf drei Institutionen aufgeteilt: Neben dem IKGS befinden sich Bestände im Institut für Kulturanalyse der Deutschen des östlichen Europa (Freiburg) sowie im Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen. 

Die zweite Arbeitsphase ist für 2026 vorgesehen. Ziel ist die Erfassung und digitale Zugänglichmachung aller Einheiten auf dem Portal DiFMOE. Weitere Informationen können Sie der Projektwebseite entnehmen. 

Publikationen der IKGS-Mitarbeiter  

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter des IKGS veröffentlichten zuletzt folgende Beiträge und Bücher: 

Enikő Dácz: Die Marburger Burse als Schauplatz akademischer Sozialisierung für Studierende aus Rumänien. Das Beispiel des letzten siebenbürgisch-sächsischen „Polyhistors“ Karl Kurt Klein. In: Forschungen zur Volks- und Landeskunde 68 (2025), S. 227−241. 

Enikő Dácz: Die Nibelungen auf Budapester Bühne. Anmerkungen zur Gegenwartsrezeption des Nibelungenliedes in Ungarn. In: John Butcher (Hg.): „Da Brachte Man die Märe in Andrer Könige Land“. Europäische Überlieferung und Strahlkraft des Nibelungenliedes. Band II – Europa. Mailand, Udine, 2025, S. 121−138. 

Enikő Dácz: Wo sich die „Nachtigall der Karpaten“ und Johnny treffen. Raumkonstruktionen in Dana Grigorceas Die nicht sterben. In: Jahrbuch für Internationale Germanistik. 57 (2025) H. 3, S. 81−92. 

Angela Ilić, Zsombor Tóth, Ulrich A. Wien (Hgg.): Looking beyond the Paradigm. Reformation and Religious Diversity across Borders and Cultures in Central and Southeastern Europe. Berlin 2026.  

Angela Ilić: Remembering the Reformation as Shared Heritage? A Survey of Select Memory Cultures and Historiographies in Central and Southeastern Europe. In: dies., Tóth, Wien: Looking beyond the Paradigm, S. 313–331. 

Angela Ilić: Whose Heritage? Examples of Contested and Shared Cultures of Remembrance and Heritage Questions in the Multicultural Formerly Habsburg Cities of Rijeka and Maribor. In: Traditiones 54 (2025) H. 3, S. 19–43. 

Tobias Weger: Sakralbauten in der Dobrudscha – und ihr Schicksal nach Migrationen. In: Jahrbuch der Bessarabien- und Dobrudschadeutschen 77 (2026), S. 157–182. 

Tobias Weger: France, Allemagne, Pologne. Interférences culturelles et historiques. In: Allemagne d’aujourd’hui, Nr. 255, janvier-mars 2026, S.101–113. 

Tobias Weger: Podcast „Transit“  Nr. 22: Zwischen Aufbruch und Erinnerung. Deutsche Geschichte in Südosteuropa und die Wege der Migration (Universität Wien, Redaktion: Dr. Philipp Strobl)