Von Andrea Schmidt-Rösler

Im Gegensatz etwa zu den Siebenbürger Sachsen waren die Dobrudschadeutschen konfessionell nicht homogen. In der Zwischenkriegszeit gehörten 55 % von ihnen der evangelisch-lutherischen und 32 % der römisch-katholischen Kirche an; 11 % waren Anhänger der Baptisten und 1,1 % der Adventisten und anderer Sekten.(1)  Der vorliegende Beitrag thematisiert die Geschichte der evangelischen Gemeinden.

1. Unter osmanischer Herrschaft

Die evangelischen Siedlungen südlich des Donaudeltas entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Zuzug aus den russischen Gouvernements Bessarabien und Cherson.(2)Bis zum Berliner Kongress 1878 stand das Gebiet zwischen Donau und Schwarzem Meer unter osmanischer Herrschaft. Da sie von einer Reglementierung innerer Angelegenheiten wie der Dorfverwaltung, der religiösen Belange und des Schulwesens absah, konnten die jungen evangelischen Gemeinden das kirchliche und schulische Leben weitgehend frei gestalten. 1848 konstituierte sich in Atmagea die erste evangelische Kirchengemeinde auf dem Boden der Dobrudscha. Anfang 1849 wandten sich die Siedler an das preußische Konsulat in Galaţi und baten um die Vermittlung eines Pfarrers. In Absprache mit der preußischen Gesandtschaft in Istanbul empfahl das Konsulat im Juni 1849 der Gemeinde Pastor Johannes Bonekemper, der noch im gleichen Jahr als erster evangelischer Pfarrer in die Dobrudscha berufen wurde, jedoch bereits 1853 die Gemeinde wieder verließ.(3)

Im Jahr 1850 wurde in Berlin der Evangelische Oberkirchenrat gegründet, der zu seinen Aufgaben auch die Betreuung der Diasporagemeinden zählte und zu diesem Zweck ein Referat für Auslandsgemeinden unterhielt. Sein Leiter Eduard Hengstenberg lernte die Situation in der Dobrudscha bei einer Reise im Jahr 1857 kennen.(4) Er besuchte Atmagea und bemerkte, dass die evangelischen Familien dieses Ortes und seiner Umgebung geistlicher Fürsorge bedurften.(5) Die Finanzmisere der jungen Gemeinde erlaubte jedoch keine Pfarrstelle. Der seelsorgerische Betreuer, Pfarrer Neumeister aus Galaţi, wies in einem Schreiben an den Oberkirchenrat 1857 auf die Notwendigkeit eines eigenen Pfarrers für die Dobrudscha hin. Sollten die »wahrhaft lebendigen evangelischen Christen« Atmageas und der umliegenden Orte nicht besser seelsorgerisch betreut werden, so befürchtete Neumeister die Auflösung der Gemeinden.(6)

Durch den Kontakt zur preußischen Landeskirche eröffnete sich den Dobrudschadeutschen Ortsgemeinden nun die Möglichkeit einer organisatorischen Einbindung, die nicht nur aus seelsorgerischen, sondern auch aus finanziellen Gründen nötig war. Konsul Blücher (Galaţi) legte im April 1858 mit den Vertretern der evangelischen Orte die Modalitäten fest. Danach konnte die Pfarrstelle in Atmagea neu eingerichtet und die anderen Orte der nördlichen Dobrudscha konnten von hier aus betreut werden. Nach dieser Vorbereitung fiel am 11. Juni 1858 die wohl wichtigste Entscheidung für die Entwicklung des Dobrudschadeutschtums bis zum Ersten Weltkrieg: Der Pfarrbezirk Atmagea, bestehend aus den Gemeinden Atmagea, Tulcea, Ismail, Catalui und Ciucurova, unterstellte sich der Evangelischen Landeskirche Preußens und wurde zum ersten evangelischen Kirchspiel in der Dobrudscha, das bis 1940 existierte und von dem aus bis 1883 alle evangelischen Gemeinden betreut wurden.(7) Am 24. April 1858 entsandte der Oberkirchenrat Richard Kühn als ersten Pfarrer in das »untere Donaugebiet«, wie die häufige Bezeichnung in den kirchlichen Akten für die Dobrudscha lautete.(8) Da die Summe der Gemeindebeiträge für die Entlohnung des Pfarrers nicht ausreichte, verpflichteten sich der Oberkirchenrat und die Gustav-Adolf-Stiftung zur finanziellen Unterstützung der jungen Pfarrstelle.(9)

Das neu gegründete Kirchspiel plante bereits 1859 den Neubau einer Kirche in Atmagea, da – so Pfarrer Richard Kühn – die Gottesdienste in einem »nach hiesiger Art aus Stroh und Lehm errichteten stallähnlichen Gebäude, für die Versammlungen zum Gottesdienste fast unwürdig«(10), gefeiert wurden. Nach der Genehmigung aus Istanbul wurde am 5. Juli 1861 der Grundstein gelegt, und 1865 konnte die erste evangelische Kirche in der Dobrudscha eingeweiht werden.(11)

Bis zum Ersten Weltkrieg bemühte sich der Evangelische Oberkirchenrat um die kontinuierliche Entsendung von Pfarrern in das Kirchspiel. Nach der Auflösung der Gemeinde im Zuge der kurzfristigen Abwanderung in die Moldau im Jahr 1862 verließ Richard Kühn im Mai 1862 Atmagea. Nach einer einjährigen Vakanz ernannte der Oberkirchenrat am 25. Juni 1864 den frisch examinierten Prediger Hugo Lackner, der aus Königsberg (Ostpreußen) stammte.(12) Wie bei Kühn und bei allen folgenden Pfarrern meldete der Oberkirchenrat die Ernennung an das Auswärtige Amt, das wiederum die preußische Gesandtschaft in Konstantinopel informierte. Sie teilte die Berufung den osmanischen Behörden der Hauptstadt mit und bat um ein wohl eher förmliches Placet.

Bereits in dieser Aufbauphase der kirchlichen Organisation zeichnete sich ab, was das religiöse Leben in den Gemeinden bis zum Ersten Weltkrieg, aber auch darüber hinaus prägte und erschwerte: der häufige Wechsel der Pfarrer, die – aus dem Deutschen Reich in die Dobrudscha versetzt – mit den ungewohnten Verhältnissen nur schwer zurechtkamen und relativ rasch ihr Amt wieder aufgaben.(13) Vor große Probleme wurde die kirchliche Betreuung durch die Neugründungen deutscher Siedlungen gestellt. Vor allem die 1874/75 und 1873/78 gegründeten Siedlungen Cogealac (hier lebten 1877 40 Familien mit 250 Personen) und Fachria (58 Familien mit 350 Personen) kristallisierten sich bereits gegen Ende der osmanischen Herrschaft als neue Zentren in der Dobrudscha heraus, deren Seelsorge rasch bestellt werden musste.

2. Vom Berliner Kongress bis zum Ende des Ersten Weltkrieges

Die Bedingungen für die Siedler in der nördlichen Dobrudscha(14) änderten sich mit der Einbeziehung des Gebietes nach dem Berliner Kongress 1878 in den rumänischen Staat, der eine zentralistische Verwaltung aufbaute und seinen Machtanspruch durch eine massive Romanisierungspolitik zu festigen suchte. Das kirchliche Leben blieb vom politisch-territorialen Umbruch 1878 jedoch weitgehend unberührt. Obwohl gemäß der rumänischen Verfassung die Orthodoxie Staatsreligion war, garantierte sie und das »Gesetz zur Organisation der Dobrudscha« allen Einwohnern Glaubensfreiheit und freie Religionsausübung.(15) Am 10./11. November 1907 fand die erste Tagung des 1906 in Bukarest gegründeten »Synodalverbandes der deutschen evangelischen Gemeinden an der unteren Donau« statt. Für die Deutschen in der Dobrudscha brachte dies die ersten intensiveren Kontakte mit anderen deutschen evangelischen Gemeinden in Rumänien.(16) Zudem berief der Synodalverband einen Reiseprediger für Nordbulgarien, der die dortigen evangelischen Gemeinden, darunter auch Ciobancuius, betreute. Eine effektivere Organisation des religiösen Lebens in der Dobrudscha war dennoch nur schwer möglich.(17)

Die evangelischen Gemeinden unterstanden auch nach der Übernahme der Dobrudscha durch Rumänien der preußischen Landeskirche. Sie sandte zwischen 1878 und 1916/18 weiter Pfarrer, Diakone und Lehrer in die Dobrudscha. Die Pfarrstellen von Atmagea und Constanţa wurden ausnahmslos von Pfarrern aus dem Deutschen Reich versehen. Die evangelischen Gemeinden blieben weiter von Spenden und Zuschüssen aus dem Deutschen Reich abhängig. Die Unterstützungen kamen hauptsächlich vom

Evangelischen Oberkirchenrat, aber auch vom Herzoglich Anhaltinischen Konsistorium Dessau, aus Sachsen sowie in größerem Umfang vom 1843 gegründeten Gustav- Adolf-Verein aus Leipzig.(18) Die Spenden wurden als Gehaltszuschüsse für Pfarrer und Lehrer gewährt, aber auch als Zuschüsse für den Bau und die Ausstattung von Kirchen und Schulhäusern.

Die Zeit bis zum Ersten Weltkrieg ist von einem Ausbau und einer Verfestigung der Kirchengemeinden und der Kirchenorganisation gekennzeichnet. In den neu gegründeten Orten bildeten sich Kirchengemeinden, und es wurden nun erstmals gemauerte Kirchen oder Bethäuser gebaut oder renoviert.(19) Jede Gemeinde wurde von einem Vorstand geführt, der durch die stimmberechtigten Gemeindemitglieder gewählt wurde. Einmal im Jahr wurde eine Vollversammlung abgehalten. Die Gemeindemitglieder hatten von Gemeinde zu Gemeinde verschieden hohe Jahresbeiträge zu entrichten; diese wurden für die Besoldung des Pfarrers sowie für den Erhalt des Bethauses und der Pfarrwohnung verwendet. Zusätzlich wurden Gebühren für die Schule und für kirchliche Handlungen eingezogen. Durch die Unterstellung unter die preußische Landeskirche hatten die Gemeinden jedoch keinen Einfluss auf die Berufung eines Pfarrers.(20)

Der Anstieg der Zahl der Deutschen in der Dobrudscha von 3250 im Jahr 1863 auf 8779 im Jahr 1901(21) sowie die Entstehung neuer evangelischer Siedlungen in der mittleren Dobrudscha stellte die Seelsorge vor große Probleme. Als weitere deutsch-evangelische Zentren kristallisierten sich Cogealac und Tariverde, Cobadin(22) sowie die Nachbarorte Constanţa und Anadolchioi heraus. Dort schlossen sich die 40 deutschen Familien am 21. Januar 1883 zu einer Kirchengemeinde zusammen.(23) Der Gedanke, in Constanţa ein weiteres Kirchspiel zu gründen, wurde durch die geografische Lage der Gemeinde und durch die Bedeutung, die die Stadt in der Dobrudscha gewann, beeinflusst. 1892 ernannte der Oberkirchenrat Paul Jancke zum Pfarrer des neuen Kirchspiels Constanţa–Anadolchioi. Die Gründung des Kirchspiels und die Entsendung des Pfarrers waren zuvor zwischen dem preußischen »Ministerium für Geistliche, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten« und der rumänischen Regierung abgeklärt worden,(24 )so dass Jancke am 14. Juni 1892 sein Amt antreten konnte. Bei seiner Amtseinführung wurde der Grundstein für eine evangelische Kirche gelegt, die 1895 eingeweiht wurde. Noch im Juli 1892 unterstellte sich das Kirchspiel der Preußischen Landeskirche, nachdem dies von Rumänien genehmigt worden war.(25) Dem Kirchspiel schlossen sich Mamuslia, Cogealia, Fachria, Cobadin, Caraciula und Sarighiol an.

Hatte sich der deutschsprachige Unterricht im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten der jeweiligen Gemeinde unter osmanischer Herrschaft frei von staatlichen Eingriffen entfalten können, so änderte sich dies nach der Einbeziehung der Dobrudscha in den rumänischen Staat. Das »Gesetz zur Organisation der Dobrudscha« (1880) verstaatlichte das Schulwesen. Es bestand jedoch die Möglichkeit, unter der Kontrolle des Erziehungsministeriums private Schulen zu eröffnen, in denen das Erlernen der rumänischen Sprache mit einer genau festgelegten Stundenzahl Pflicht war. In der Dobrudscha war allerdings mit Ausnahme Constanţas keine Gemeinde finanziell in der Lage, eine Schule zu unterhalten. Der Ausweg waren sog. Küsterlehrer, die zusätzlich zur staatlichen Schule eine geringe Zahl an Unterrichtsstunden erteilten und in kleineren Gemeinden auch Aufgaben eines Pfarrers übernahmen.(26) Auch hier unterstützte die preußische Landeskirche zusammen mit dem Gustav-Adolf-Verein die Gemeinden mit Kandidaten und Zuschüssen. Im Jahr 1900 wurde mit dem Bau eines Schulgebäudes in Constanţa, Strada Carol I, begonnen, und 1901 konnte der Unterricht der vierklassigen Volksschule erstmals im neuen Gebäude der Erhard-Luther-Stiftung stattfinden.(27) Die Schule erhielt dem Namen »Deutsche Evangelische Schule zu Constanza/Şcoala Germană Evanghelică din Constanţa«. Im ersten Schuljahr besuchten 102, 1902 135 und 1913 bereits 208 Kinder die Schule. 1913 überstieg die Zahl der Anmeldungen die Zahl der Plätze, so dass 20 Kinder zurückgewiesen werden mussten.(28) Die Schule wurde durch Schulgelder finanziert. Sie entwickelte sich zu einer beliebten Lehranstalt für die Kinder der in der Hafenstadt lebenden jüdischen, armenischen, griechischen und rumänischen Kaufmanns- und Industriellenfamilien. Die Zahl der fremdsprachigen Schüler betrug 1906 98 gegenüber 57 deutschen Schüler und 1913 141 gegenüber 67 deutschen Kindern.(29) 1905/1906 unterrichteten acht Lehrer (darunter ein Rumäne), von denen jeder die Autorisation der rumänischen Kultusbehörde hatte. Die Leitung hatte bis zum Ersten Weltkrieg der Pfarrer von Constanţa.

3. Der Erste Weltkrieg

Als Rumänien 1916 in den Krieg gegen die Mittelmächte eintrat, wurden zunächst auch die Dobrudschadeutschen eingezogen. Bald allerdings galt diese Minderheit – da ethnisch mit dem Kriegsgegner verbunden – als potenzielle Verräter. Ihr Leben wurde stark eingeschränkt: Der Gebrauch der Muttersprache wurde untersagt, die Schule in Constanţa unter rumänische Kontrolle gestellt und der Gemeindebesitz als reichsdeutsches Eigentum konfisziert.(30) Ca. 200 Dobrudschadeutsche wurden interniert, darunter die Pfarrer und die meisten Lehrer. Im Zuge der militärischen Erfolge der Mittelmächte übernahm 1917 eine deutsche Etappenverwaltung die Dobrudscha. Sie veranlasste eine Bestandsaufnahme der deutschen Siedlungen. Mit diesem Vorhaben wurde Paul Traeger beauftragt, der in dem von der Militärverwaltung herausgegebenen Sammelband Bilder aus der Dobrudscha seine Ergebnisse darstellte und eine bis heute zentrale Quelle für die Geschichte der Deutschen am Schwarzen Meer schuf.(31 )

4. Die evangelischen Gemeinden in der Zwischenkriegszeit

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Dobrudscha dem jungen »Groß«-Rumänien zugeteilt.(32) 1920 lebten am Schwarzen Meer 9463 Deutsche, ihre Zahl wuchs bis 1928 auf 11 092, 1930 auf 12 582 und 1940 auf 15 454 an. Vor allem Siebenbürger Sachsen, aber auch Banater Schwaben und Bessarabiendeutsche hatten gewachsene politische, kulturelle und religiöse Strukturen, an deren Organisation sich die Dobrudschadeutschen nun orientieren konnten.

4.1. Die kirchliche Neuorganisation

Für die evangelischen Gemeinden brachten das Kriegsende und die Vergrößerung des rumänischen Staates einen entscheidenden Einschnitt. Im jungen rumänischen Staat wurde eine einheitliche evangelische Landeskirche geschaffen, der die Gemeinden aller Landesteile unterstehen sollten. Eine Synode der Gemeinden des Altreichs, darunter auch derjenigen der Dobrudscha, beriet am 10. und 11. August 1919 über das Verhältnis zur siebenbürgischen Landeskirche. Sie beschloss mit zwei Gegenstimmen den Anschluss der bisher dem Evangelischen Oberkirchenrat unterstehenden Gemeinden Rumäniens an die Evangelische Landeskirche A. B. in Siebenbürgen.(33) Offiziell wurde die Namensänderung 1921 im »Gesetz über den Anschluß der evang.-luth. Landeskirche Bessarabiens, der vereinigten Banater evang. Kirchengemeinden A. B. und der evangelischen Kirche in der Bukowina an die evang. Landeskirche A. B. in Siebenbürgen« sowie die Abänderung des »Gesetzes über den Anschluß des Synodalverbandes der deutsch- evangelischen Gemeinden an der unteren Donau an die evang. Landeskirche A. B. in Siebenbürgen« (§ 8) verankert.(34) Die »Deutschen der evangelischen Gemeinden an der unteren Donau« wurden zusammen mit den Gemeinden des Altreichs zum »Dekanat Bukarest der evangelischen Landeskirche A. B. in Siebenbürgen« zusammengefasst.(35) Dies war konzipiert als »ein Anschluß unter Wahrung der Selbständigkeit«. Er beinhaltete keine Finanzierung des Gemeindelebens durch Siebenbürgen, auch wenn das Konsistorium in Hermannstadt die Vermittlung von Lehrern und Pfarrern übernahm.(36)

In der Zwischenkriegszeit lebten in der Dobrudscha ca. 8000 evangelische Christen in 24 Gemeinden, die in vier zum Teil neu gegründete Kirchspiele aufgeteilt waren. Als ältestes Kirchspiel bestand Atmagea mit 1035 Evangelischen fort; von Atmagea (538 Evangelische) aus wurden Cataloi (121), Ciucurova (323) und Regina Maria (53) betreut. Zum Kirchspiel Constanţa gehörten 1848 Personen, die in den Gemeinden Constanţa (527), Alacap (236), Horoslar (211), Mangalia (108), Mangeapunar (122), Murfatlar (102), Palas (138), Techirghiol (115) und Neue Weingärten (289) lebten. Wesentlich größer war das jüngere Kirchspiel Cobadin mit 2345 Angehörigen. Von Cobadin (882) aus wurden Agemler (43), Caratai (198), Ciobancuius (67), Fachria (544), Mamuslia (268), Sarighiol (238) und Sofular (105) betreut. Das 1926 gegründete Kirchspiel Cogealac bildete mit 2758 Gläubigen den zahlenmäßig größten Pfarrsprengel. Cogealac (1105) wurde zusammen mit Tariverde (1161) und Cogealia (492) kirchlich betreut.(37 )

Ende des Ersten Weltkrieges waren die Pfarrstellen in der Dobrudscha vakant. Das Dekanat Bukarest bemühte sich in Hermannstadt um eine rasche Neubesetzung. Atmagea erhielt im November 1922 wieder einen Pfarrer.(38) Die Pfarrei Constanţa übernahm am 3. August 1919 Pfarrer Ludwig Fritsche, der aus Siebenbürgen stammte.(39) Der Seelsorgebezirk des Kirchspiels Constanţa war sehr groß und daher kaum zu betreuen. Am 21. Oktober 1922 beschloss der Vorstand die Errichtung eines Kirchspiels in Cobadin, zu dem Fachria, Mamuslia und Sarighiol sowie die Predigtstellen Sofular, Alacap, Caratai und Ciobancuius gehören sollten. Als mit Cogealac und Tariverde in der westlichen Dobrudscha zwei starke deutsche Siedlungen entstanden, erwies sich auch das Kirchspiel Atmagea zu weitläufig für eine intensive Seelsorge. 1923 inspizierte eine Delegation des Landeskonsistoriums in Hermannstadt die Gemeinden, um die Notwendigkeit einer Pfarrei und die Bereitschaft der Gemeinden, einen Pfarrer zu unterhalten, zu prüfen.(40) 1924 wurde Cogealac zusammen mit dem 2,5 km entfernten Tariverde zum Kirchspiel erhoben.(41)

Die Gemeinden konnten sich relativ selbständig organisieren. Jede Gemeindeversammlung wählte ein sechsköpfiges Presbyterium und aus dessen Mitte jährlich zwei Kirchenvorsteher, die die Gemeinde im Kirchspielvorstand repräsentierten.(42) Sie nahmen zudem wichtige Gemeindeaufgaben, so die Koordinierung der Gottesdienste und die Einziehung der Kirchenbeiträge, wahr und vertraten den Pfarrer. Auf der Kirchspielebene tagte einmal im Jahr eine Bezirkskirchenversammlung, an der alle Gemeinden teilnahmen. Im Wesentlichen entsprachen die Gemeindestatuten den im Anschlussvertrag an die evangelische Landeskirche enthaltenen Grundsätzen.(43)

Religion und Kirche blieben auch in der Zwischenkriegszeit weiter der Mittelpunkt des dörflichen Lebens in den evangelischen Siedlungen in der Dobrudscha. Unter der Führung der überwiegend aus Siebenbürgen und Bessarabien stammenden Pfarrer und Lehrer entstanden in vielen Orten kirchliche Vereine. Die ausgebildeten Lehrer verbesserten auch die Seelsorge, da sie wie in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg als »Küster- Lehrer« in Vertretung des Pfarrers kirchliche Aufgaben versahen. In fast allen evangelischen Orten wurden Kirchen, Schulhäuser und Pfarrwohnungen in Stand gesetzt oder neu errichtet.(44) Die Gemeinden blieben auf Finanzhilfen angewiesen. Besonders zusätzliche Vorhaben wie Kirchenbauten und -renovierungen oder die Errichtung von Schulräumen konnten ohne Zuschüsse nicht durchgeführt werden.(45) Die Gustav-Adolf-Stiftung, besonders der Hauptverein Darmstadt, engagierte sich weiterhin für die Dobrudschadeutschen.(46 )Die Evangelische Landeskirche leistete grundsätzlich keine kontinuierlichen Finanzhilfen für die Einzelgemeinden; über das Hilfswerk der Landeskirche erhielten jedoch zahlreiche Gemeinden große finanzielle Unterstützung.(47)

Eine zusammenfassende Schilderung der Probleme der evangelischen Gemeinden veröffentlichte Pastor Herbert Hahn (Cobadin) 1940 in den Kirchlichen Blättern. Er wies darauf hin, dass eine kirchliche Organisation bei der Entstehung der Gemeinden keine Rolle gespielt habe: »Wenn irgendwo […] die evangelischen Gemeinden nicht Objekt pfarramtlicher Tätigkeit geworden sind, dann hier in der Dobrudscha.« So sei das Gefühl entstanden: »Wir sind die Kirche, nicht die Pastoren.« Laientätigkeit schien deshalb den Dobrudschadeutschen selbstverständlich. Als eine Folge dieser geschichtlichen Entwicklung sah Hahn: »Daß sich unsere Gemeinden nicht als Objekt, sondern als Subjekt fühlen. […] Der Anschluß an die Siebenbürgische Kirche ist z. B. […] über ihn [d. i. den Dobrudschadeutschen S.-R.] hinweg geschehen, was er sobald nicht vergessen hat und in seiner Einstellung zur Kirchenordnung […] auch deutlich zum Ausdruck brachte.« Diese Ablehnung und dieses Selbstverständnis hätte kirchliches Leben auch da ermöglicht, wo keine Pfarrerstelle war. Nachteile waren jedoch die Ablehnung aller Neuerungen und Vereinsbildungen, ein Minimum an Gemeindeeinrichtungen und das fast völlige Fehlen kirchlicher Präsenz auf karitativ-sozialem Gebiet. »Die Kirchengemeinde als solche ist inaktiv geblieben«, lautete das Resümee Hahns.

4.2. Schulwesen und Religionsunterricht

Von dieser Krise war auch das Schulwesen der Dobrudschadeutschen betroffen. Trotz der gesetzlichen Möglichkeiten des Minderheitenschulwesens(48) gab es bis 1939/40 nur eine deutsche Privatschule in Constanţa. In fast allen Orten wurde die Mindestzahl von 20–30 Schülern erreicht; in Caramurat waren 1932 sogar 262, in Cogealac 160, in Atmagea 90 und in Tariverde 108 deutsche Kinder schulpflichtig. In einigen Orten, so in Caramurat und in Tariverde, stellten die deutschen Kinder über 90 % der Schüler.(49) Dennoch wurden keine deutschsprachigen Klassen an den staatlichen Schulen eingerichtet. Ein Grund dafür war wohl die fehlende Lobby. Der »Verband der Deutschen rumänischer Abstammung in der Dobrudscha« führte zwar von Anfang an die Forderung nach deutschen Schulen im Programm, hatte jedoch offensichtlich nicht das nötige Gewicht, diese durchzusetzen. In den Wahlverhandlungen zwischen der Verbandsleitung und den verschiedenen rumänischen Parteien kam die Schulfrage zur Sprache, ohne dass Zugeständnisse erreicht wurden.(50)

War das Gewicht der Dobrudschadeutschen für Minderheitenklassen an staatlichen Schulen offensichtlich zu gering, so fehlten ihnen die nötigen Geldmittel für die Errichtung und den Erhalt privater Schulen. Bitten an das Auswärtige Amt oder den Verein für das Deutschtum im Ausland um Zuschüsse für schulische Zwecke änderten an der finanziellen Misere in den Dörfern nichts.(51) Deutschsprachiger Unterricht konnte in der Zwischenkriegszeit nur zusätzlich zum Unterricht an den staatlichen Schulen von Lehrern erteilt werden, die von der jeweiligen Kirchengemeinde finanziert wurden. So blieb das deutsche Unterrichtswesen in der Dobrudscha überwiegend konfessionell geprägt.

Am 20. Juli 1921 bestätigte eine Zirkularverordnung des Bukarester Unterrichtsministeriums, dass an Staatsschulen evangelischer Religionsunterricht durch Ortspfarrer »auf Grund ihres Pfarrgehaltes ohne besondere Remuneration« zugelassen sei.(52) Die Initiative für die Besetzung der Lehrerstellen lag nun bei den Gemeinden selbst und bei der evangelischen Landeskirche A. B. in Siebenbürgen. Bereits 1919 rief Bischof Teutsch dazu auf, sich für den Schuldienst in der Dobrudscha zu bewerben.(53) Die dobrudschadeutsche Hoffnung auf Hilfe beim Aufbau eines konfessionellen Unterrichtswesens durch die evangelische Landeskirche A. B. in Siebenbürgen erfüllte sich jedoch nur zum Teil.(54) Obwohl in den meisten Orten die Voraussetzungen für eine konfessionelle Schule erfüllt gewesen wären, gab es nur in Constanţa eine deutsche Lehranstalt. In allen anderen Orten konnten keine Schulen errichtet werden. Dies lag weniger am Problem der behördlichen Genehmigung als an den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinden, die die verschiedenen Anforderungen der rumänischen Schulgesetze z. B. an die schulischen Räumlichkeiten – wie im Fall Constanţas – nicht erfüllen konnten.(55)

Der Zusatzunterricht in deutscher Sprache war abhängig von der Finanzkraft der Gemeinden, die den Küsterlehrer ohne staatliche oder kirchliche Zuschüsse selbst finanzieren mussten. Die Gemeinden legten das Schulgeld je nach Landbesitz der einzelnen Familien fest. Vor allem kleinere Gemeinden, deren Mitglieder kaum Landbesitz hatten, konnten die finanzielle Last einer deutschen Zusatzschule nicht tragen. Zu diesen Orten gehörten Catalui, Ortachioi, Scheremet, Mamaia, Omurcea, Murfatlar, Saida, Agemler, Ebechioi, Schitul und Mangalia (1934). Ein Blick auf die Liste der Lehrkräfte in den einzelnen Orten zeigt aber auch, dass selbst in größeren Gemeinden die Kontinuität des Unterrichts durch Lehrvakanzen gefährdet war. So stellte die bessarabische Zeitung 1933 fest, dass ein Teil der Konfirmanden keinen deutschsprachigen Unterricht erhalten hatte.(56) Der Zusatzunterricht schloss sich an den Unterricht in der Staatsschule an, so dass die deutschen Kinder ein größeres Lernpensum zu leisten hatten, als die rumänischen. Oftmals dauerte der deutschen Unterricht bis in den späten Nachmittag, da die rumänische Schule erst zwischen 14 und 16 Uhr endete. Auch wurde deutschsprachiger Unterricht vor dem Schulbeginn um 8 Uhr erteilt.(57)

Die einzige deutsche Schule, die evangelische Schule in Constanţa, nahm 1919 ihre Arbeit unter der Leitung Pastor Fritsches wieder auf. Die Unterrichtssprache war das Deutsche; gemäß den rumänischen Schulgesetzen wurde Rumänisch ab der ersten Klasse als Fremdsprache unterrichtet. Dazu kamen weitere Fächer in rumänischer Sprache, so Geschichte und Erdkunde.(58) Zwischen 1921 und 1925 wurde die ursprünglich vierklassige evangelische Schule in Constanţa schrittweise um drei Realklassen erweitert.(59) Die Schule wurde durch Schulgelder finanziert, deren Höhe nach den Einkommensverhältnissen der Eltern festgelegt wurde.(60) Die Lehranstalt erfreute sich in den 1920er Jahren wachsender Beliebtheit. Ihre Schülerzahl wuchs von 184 im Jahr 1919/20 auf 287 1924/25.(61) Das Schulgesetz des Unterrichtsministers Anghelescu 1925 brachte einen tiefen Einschnitt, da es besagte, dass Privatschulen nur Kinder mit der entsprechenden Muttersprache aufnehmen durften. Die Schule in Constanţa verlor so auf einmal 206 ihrer Schüler; 81 deutsche Kinder konnten bleiben. Dieser Rückgang wirkte sich negativ auf die Finanzierung aus. Da mit den Schulgeldern der deutschen Kinder das Schulgebäude nicht mehr unterhalten werden konnte, wurde es 1926 als Sanatorium vermietet. Der Unterricht fand danach im Hinterhaus des ehemaligen Schulgebäudes statt, und die Einnahmen aus der Vermietung ermöglichten die Besoldung der Lehrer.(62) Ab 1926 bemühte sich die Schule um das sog. »Öffentlichkeitsrecht«, das die Schule berechtigte, staatlich anerkannte Zeugnisse auszustellen.(63) Der erste Schritt dazu wurde am 13. September 1931 mit der Einweihung eines neuen Gebäudes in Constanţa unternommen. Die rumänische Schulaufsicht verweigerte jedoch erneut das Öffentlichkeitsrecht, da das Haus mit seinen zwei Räumen nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprach.(64) Die deutsche Gemeinde erweiterte daraufhin das Gebäude, und am 1. März 1932 konnte der Unterricht mit 54 Schülern wieder aufgenommen werden.(65)

1939/40 wurde in Cobadin die zweite Schule mit deutscher Unterrichtssprache eröffnet. Das Bukarester Unterrichtsministerium hatte einen Antrag Pastor Hahns gebilligt, nachdem die Gemeinde mit einem geeigneten Schulgebäude und einer Schülerzahl, die weit über der im Schulgesetz enthaltenen Marge von 20 Kindern lag, die Voraussetzungen erfüllt hatte. 1940 erhielt die Schule das Öffentlichkeitsrecht. Die Leitung, die in den Kirchlichen Blättern ausgeschrieben wurde, übernahm Michael Hartmann, der aus Siebenbürgen stammte. An der Schule unterrichteten zudem zwei deutsche und ein rumänischer Lehrer. 1939/40 besuchten 182 evangelische und katholische Kinder die Schule in Cobadin.(66) Wegen der Umsiedlung 1940 konnte sich diese Schule nicht mehr etablieren.

Die nationalsozialistische Volkstumspolitik brachte mit der Umsiedlung 1940 das Ende des dobrudschadeutschen Lebens. 2002 lebten in der Dobrudscha 398 Deutsche.(67) Sie sind überwiegend aus anderen Landesteilen Rumäniens (Siebenbürgen, Banat) zugezogen, so dass vom Leben der eigentlichen Dobrudschadeutschen heute nur noch Spuren der Vergangenheit bleiben. Seit 1989 versuchen das »Demokratische Forum der Deutschen« und die »Comunitatea evanghelică a Germanilor din Constanţa« [Deutsch-evangelische Gemeinde in Konstanza] die Erinnerung zu bewahren.

 

Dr. Andrea Schmidt-Röster, geboren 1966 in Regensburg, studierte an der dortigen Universität Geschichte, Slavistik und Politikwissenschaft. 1994 promovierte sie in Regensburg bei Professor Ekkehard Völkl über Rumänien nach dem Ersten Weltkrieg. Die Grenzziehung in der Dobrudscha und im Banat und die Folgeprobleme. die Arbeit erschien im gleichen Jahr in der Reihe »Europäische Hochschulschriften« im Peter Lang Verlag Frankfurt a. M. nach einem vom BMI geförderten Forschungsprojekt zur Geschichte der Dobrudschadeutschen war Andrea Schmidt-Rösler Postdoc am DFG-Graduiertenkolleg »Regionale Identität und politische Integration« der Universität Regensburg, danach Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Projekt »Friedensverträge der Vormoderne« sowie am Projekt »Europäische Friedensverträge der Vormoderne – online« des Leibniz- Instituts für Europäische Geschichte, Mainz. Seit 2009 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Projekt »Übersetzungsleistung von Diplomatie und Medien im Vormodernen Friedensprozess« des Instituts für Europäische Kulturgeschichte der Universität Augsburg. Ihre Beiträge zu den Forschungsschwerpunkten Friedens- und Konfliktforschung sowie Geschichte Osteuropas erschienen in Buchform und im Internet.

Zuerst erschienen in: Spiegelungen. Zeitschrift für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas, Heft 1 (2014), Jg. 10 (64), Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, S. 37–48.

(1) Zahlen nach: Bundesarchiv Koblenz (im Folgenden: BA) R 57 neu/55, November 1940, O. P. Hausmann: Gefüge und Lebensordnung der deutschen Volksgruppe in der Dobrudscha. Die rumänische Volkszählung vom 29. Dezember 1930 gibt für die Dobrudscha 815 475 Einwohner an, davon 360 572 Rumänen, 185 279 Bulgaren, 150 773 Türken, 27 426 Russen und Ukrainer, 22 092 Tataren, 12 582 Deutsche, 11 446 Zigeuner, 9 023 Griechen, 7126 Gagausen, 5370 Armenier und weitere kleine Ethnien, darunter Polen, Ungarn, Juden, Albaner. Die Deutschen stellten 1,5 % der Bevölkerung; Angaben nach: Recensământul general al populaţiei României din 29. 12. 1930. [Volkszählung Rumäniens vom 29. 12. 1930]. Bde.1–4, Bucureşti 1931. Statistische Angaben über die Bevölkerung der Dobrudscha finden sich auch bei Sabin Manuilă, Constantin Brătescu: Populaţia Dobrogei [Die Bevölkerung der Dobrudscha]. In: Analele Dobrogei 9 (1928) [Dobrudscha-Jahrbuch], S. 201–259. 1956 machten die Deutschen einen Bevölkerungsanteil von 0,12 % aus.

(2) Vgl. Andrea Schmidt-Rösler: Von Bessarabien in die Dobrudscha. Zur Siedlungsgeschichte der Dobrudschadeutschen. In: Regensburger Hefte zur Geschichte und Kultur im östlichen Europa (6) 2007, S. 53–60. Heimatgeschichtliches zu den einzelnen Orten findet sich in: Landsmannschaft der Dobrudscha- und Bulgariendeutschen (Hg.): Heimatbuch der Dobrudscha-Deutschen 1840 – 1940. Heilbronn o. J., sowie mit umfangreichem Bildmaterial: Landsmannschaft der Dobrudschadeutschen (Hg.): Lebensweg der Dobrudschadeutschen in Bildern: 1840 – 1940 – 1990. Heilbronn 1992. Allg. zu den Dobrudschadeutschen vgl. die älteren Darstellungen, die noch immer grundlegend sind: Hans Petri: Geschichte der deutschen Siedlungen in der Dobrudscha. Hundert Jahre deutschen Lebens am Schwarzen Meer. München 1956. Paul Traeger: Die Deutschen in der Dobrudscha. Stuttgart 1922. Jüngst erschien ein knapper Überblick: Maria-Elena Muşcan, Olga Kaiter: Die Dobrudscha-Deutschen. Zum Porträt einer Ethnie. In: Zeitschrift der Germanisten Rumäniens 17/18 (2000), S. 355–365, sowie die Monografie: Horia Stinghe: Despre germanii din Dobrogea [Über die Dobrudscha-Deutschen]. Constanţa 2003. Zum hier behandelten Themenkomplex vgl. die knappe Zusammenstellung: Ernst Wagner: Die deutschen evangelischen Gemeinden in der Dobrudscha. In: Die evangelische Diaspora (12) 1930, S. 71–76, sowie Andrea Schmidt-Rösler: Die deutschen evangelischen Gemeinden in der Dobrudscha. In: Christa Stache, Wolfram G. Theilemann (Hgg.): Evangelisch in Altrumänien. Forschungen und Quellen zur Geschichte der deutschsprachigen evangelischen Kirchengemeinden im rumänischen Regat. Sibiu/Bonn 2012 (Veröffentlichungen des evangelischen Zentralarchivs in Berlin 9), S. 98–121. Die Quellenbestände, die für die vorliegende Abhandlung genutzt wurden, stammen aus: Bundesarchiv Koblenz/Berlin (im Folgenden: BA), Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes (im Folgenden: PA), Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (im Fo genden: GSTA), Landesarchiv der ev. Kirche A.B. in Rumänien (im Folgenden: LA Hermannstadt/Sibiu) sowie Evangelisches Zentralarchiv Berlin (im Folgenden: EZA).

(3)  GSTA I HA Rep. 81, Konstantinopel XI 49, 16. 9. 1849, Konstantinopel an Galaţi, sowie GSTA I HA Rep. 81, Konstantinopel XI 50/2, Acta betr. Pfarrer Bonekemper (1852). Bonekemper war gebürtiger Rheinländer und war von 1824 – 1848 Pfarrer des Kirchspiels Rohrbach im russischen Gouvernement Cherson gewesen. Da er ohne Mitwirkung einer kirchlichen Oberbehörde berufen worden war, war er allein der Gemeinde verantwortlich, von der er auch besoldet wurde. Auf Antrag Atmageas wurde er von den osmanischen Behörden in Babadag in seinem Amt bestätigt. Vgl. GSTA, I HA Rep. 81, Konstantinopel XI 49, 16. 9. 1849, Konstantinopel an Galaţi. Vgl. auch Armand Bauer: From the Community Book of Atmadscha. In: Heritage Review (19) 1989, S. 24–28, sowie Hans Petri: Johannes Bonekemper, der erste Pfarrer der evangelischen Gemeinde Atmadscha. In: Jahrbuch der Dobrudschadeutschen (im folgenden JbDD) (10) 1965, S. 29–40.

(4)  EZA 5, 1045, 1. 9. 1857, Niederschrift des OKR; GSTA I HA Rep. 81, Konstantinopel XI 49, 25. 9. 1857, Auswärtiges Amt (AA) an Gesandtschaft Konstantinopel.

(5)  Im Jahr 1858 zählte Atmagea ca. 50 und Catalui 13 evangelische Familien; in Ciucurova, Măcin und Tulcea lebten zudem ca. 500 evangelische Deutsche. EZA 5, 1045, 10. 11. 1858, Pfarrer Neumeister, Galaţi, an OKR.

(6)  EZA 5, 1045, 18. 11. 1857, Pfarrer Neumeister, Galaţi, an OKR, sowie im Folgenden nach: GSTA I HA Rep.
81, Konstantinopel XI 50/3 Acta betr. die evangelische Gemeinde zu Atmagea in den Jahren 1857 und 1858 bis zur Entsendung des Pfarrers Kühne dahin.

(7)EZA 5, 1045, 15. 6. 1858, Konsulat Galaţi an OKR. Allg. dazu Hans Petri: Evangelische Diasporapfarrer in Rumänien im 19. Jahrhundert. Berlin 1930.

(8 )EZA 5, 1045. Der 1858 ordinierte, aus Brandenburg stammende Kühn war der einzige Kandidat. Die osmanische Behörde in Babadag bewilligte seine Berufung. GSTA I HA Rep. 81, Konstantinopel XI 50, 21. 8. 1858, Konsulat Galaţi an OKR.

(9) EZA 5, 1045, Schreiben der Gustav-Adolf-Stiftung an den OKR [undatiert].

(10) GSTA I HA Rep. 81, Konstantinopel XI 50, 23. 8. 1859, Kühn an Gesandtschaft Konstantinopel.

(11) Am 20. Juli 1860 erteilte Sultan Abdul Meschid I. in einem Ferman an die Verwaltung der Provinz Babadag die Erlaubnis zum Bau des Gotteshauses, Text in: JbDD (1) 1956, S. 37; Hans Petri: Allerlei aus der Geschichte der Gemeinde Atmagea, in: JbDD (2) 1957, S. 29–42, hier S. 38.

(12) GSTA I HA Rep.81 Konstantinopel XI 50/7, Acta betr. die Entsendung des evangelischen Pfarrers Lackner nach Atmagea, sowie EZA 5, 1046, 26. 6. 1863, Berufungsurkunde Lackners für Atmagea.

(13) EZA 5, 1047, 2. 11. 1865, Mitteilung des OKR. Lackner bat nach Schwierigkeiten mit der Gemeinde, aber auch mit dem Oberkirchenrat, bereits 1865 um seine Abberufung. Ihm folgten Ludwig Rode (1866–1867), Sigismund Hachmeister (1867 – 1872) und Gottfried Dörschlag (1872 – 1875). Ab 1875 bestand eine Pfarrvakanz, die durch eine Betreuung aus Tulcea überbrückt wurde. Finanzielle Engpässe der wirtschaftlich schwachen Gemeinden verhinderten eine Berufung auf die Pfarrstelle in Atmagea bis zum Jahr 1887. Erschwerend kam ab 1877 die politische Unsicherheit in der Gegend am Schwarzen Meer hinzu.

(14)  Nach 1878 entstanden die jüngeren deutschen Orte wie Cogealia (1881) und zuletzt Neue Weingärten (1892). Es folgten Tochterkolonien, wie Mamuslia (1893) oder Mangeapunar (1896). Im Jahr 1863 wurden 623 Familien in der Dobrudscha angegeben; BA R 57, Deutsches Auslandsinstitut, neu 55, November 1940, V. P. Hausmann, Gefüge und Lebensordnung der deutschen Volksgruppe in der Dobrudscha; 1913 wurden 7668 Personen gezählt; vgl. Handwörterbuch für das Grenz- und Auslandsdeutschtum. Bd. 2. Breslau 1936, S. 281, sowie L. Viskovich: Zur Statistik der Dobrudscha. In: Austria. Wochenschrift für Volkswirtschaft und Statistik (15) 1863, S. 698f., S. 715f., S. 737f., S. 755f.

(15)  JbDD (17) 1972, 34.

(16)  PA R 61958, 31. 5. 1913, Kaiserliche Gesandtschaft in Rumänien an den Reichskanzler sowie allg. Hans Petri:
Der Kirchenbezirk Bukarest. In: JbDD (20) 1975, S. 50–66.

(17)  Bukarester Gemeindeblatt (10) 1914, Nr. 52, 4. 1. 1914, Bericht Honigbergers über eine Dobrudscha-Fahrt.

(18)  PA R 61965, Zusammenstellung der evangelischen Gemeinden mit den erhaltenen Spenden 1909 – 1914. Eine
Zusammenstellung der vom Gustav-Adolf-Verein geleisteten Spenden findet sich in: BA R 57 /1030. 1914 wurde ein eigener Zweigverein gegründet: der »Gustav-Adolf-Zweigverein der evangelischen Gemeinden an der unteren Donau«. In der Satzung heißt es: »Zweck des Vereines ist es, den kirchlichen Nöten evangelischer Glaubensgenossen […] nach Kräften abzuhelfen durch Unterstützung beim Bau von Kirchen, Bet-, Schul-, Pfarrhäusern, Konfirmandenheimen, bei notwendigen Anschaffungen, Anstellung von Lehrern u.s.w.«; vgl. Bukarester Gemeindeblatt (10) 1914, Nr. 9 vom 2./15. 3. 1914.

(19)  So in Catalui (1890), Ciucurova (1893/94), Cobadin (1899), Cogealac (1880, Neubau 1907 – 1909), Constanţa (1892 – 1895), Fachria (1896/97), Mamuslia (1887 – 1903), Sarighiol (1905/06) oder Tariverde (1886).

(20) H. Meyer: Die Diaspora der deutschen evangelischen Kirche in Rumänien, Serbien und Bulgarien. Potsdam 1901. Pfarrer in Atmagea: Karl Pritzsche (1885–1886), Paul Kloß (1886–1889), Vakanz, Richard Callies (1900 – 1906), Erich Darsow (1907 – 1909), Feist (1909 – 1912), Georg Erasmus (1913 – 1918).

(21) Zahlen nach: Handwörterbuch, Anm. 14, S. 281.

(22)Otto Leyer: Geschichte des deutschen Dorfes Kobadin in der Dobrudscha. Hg. v. Albrecht Keller. Wiesbaden 1932.

(23) LA Hermannstadt/Sibiu, Dekanat Bukarest 6335 / 1924/25, 23. April 1925, Pfarrämtlicher Bericht des Pfarrers Scheiner über die Gemeinden Constanţa – Anadolchioi, sowie JbDD (6) 1961, S. 65.

(24) EZA 5, 1089, 28. 2. 1893, Ministerium für geistliche, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten an OKR. Pfarrer in Constanţa: Theodor Graf (1899 – 1906), Kurt Georg Peisker (1906 – 1908), Ernst Meyer (1908–1918). In der Süddobrudscha war mit Ciobancuius 1903 die erste und einzige evangelische deutsche Siedlung entstanden; sie wurde von Constanţa aus und durch einen Wanderprediger betreut. Vgl. Hans Petri: Die ersten Einwanderungen deutscher Bauern aus Bessarabien und Südrußland in die Dobrudscha. Ein Stück deutschen Schicksals im 19. Jahrhundert. In: Südostforschungen (7) 1942, S. 137–163.

(25) EZA 5, 1090, 11. 2. 1901, Schreiben des Vorstandes.

(26)  EZA 5, 1044, 2. 7. 1906, OKR an Evangelischen Kirchenausschuss.

(27)  Heimatbuch der Dobrudschadeutschen. Heilbronn (o. J.), S. 270.

(28)  Bukarester Gemeindeblatt (9) 1913, Nr. 49, 14. 12. 1913.

(29)  EZA 5, 1092, Bericht über die Dienstreise des Oberkonsistorialrates Dr. Kapler durch die deutschen evangelischen Gemeinden in Rumänien: April/Mai 1906, sowie Bukarester Gemeindeblatt (9) 1913, Nr. 49, 14. 12. 1913.

(30)  Petri: Geschichte der deutschen Siedlungen, Anm. 2, S. 88.

(31)  Bilder aus der Dobrudscha. Hg. von der Deutschen Etappenverwaltung. Berlin 1918. Eingang fanden diese
Studien in die 1922 veröffentlichte Monografie, die bis heute eine der wichtigsten Quellen darstellt: Paul Traeger: Die Deutschen in der Dobrudscha. Zugleich ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Wanderungen in Osteuropa. Stuttgart 1922. Zudem gab die Etappenverwaltung von 1916 bis 1918 eine deutschsprachige Zeitung heraus, den Dobrudscha-Boten, das einzige deutschsprachige Presseorgan, das je in der Dobrudscha erschien.

(32)  Zum politischen Hintergrund vgl. Andrea Schmidt-Rösler: Rumänien nach dem Ersten Weltkrieg: Die Grenzziehung in der Dobrudscha und im Banat und die Folgeprobleme. Frankfurt u. a. 1994.

(33) PA R 61958, 11. 8. 1919, Diakon Liebau (Atmagea) an OKR; Hans Petri: Der Kirchenbezirk Bukarest, in: JbDD (20) 1975, S. 50–66 (Nachdruck von 1938), datiert diese Entscheidung auf den »Spätherbst 1919«.

(34) Kirchliche Blätter (13) 1921, Nr. 42, 12. 11. 1921.

(35) Vgl. LA Hermannstadt/Sibiu, Dekanat Bukarest 23/1923, 27. 1. 1923, Verzeichnis sämtlicher Gebäude der dem Dekanat Bukarest zugehörigen Gemeinden.

(36) PA R 61958, 27. 6. 1922, Gesandtschaft Bukarest an OKR, sowie Bukarester Gemeindeblatt (18) 1922, 30. 4. 1922, Bericht über die Bezirkskirchenversammlung. Der Anschluss der Gemeinden des Altreichs wurde in »Gesetze und Verordnungen der ev. Landeskirche A. B. in Siebenbürgen«, Heft 1, 1921, S. 38, veröffentlicht. Vgl. auch Bukarester Gemeindeblatt (17) 1921, Nr. 14, »Die evangelischen Kirchen Großrumäniens«. Das Dekanat Bukarest der Evangelischen Landeskirche A. B. in Siebenbürgen (bzw. in Rumänien) setzte sich aus drei organisatorischen Einheiten zusammen, den Stadtgemeinden des Altreichs (wie Bukarest oder Ploieşti), den Landgemeinden der Dobrudscha mit den vier Kirchspielen und dem Wanderpredigerbezirk.

(37) Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 1937; nach: O. Fischer, J. Klaß: Zur Volksbiologie der deutschen Siedlungen in der Dobrudscha. In: Auslandsdeutsche Volksforschung (4) 1940, S. 21–43.

(38)  LA Hermannstadt/Sibiu, Dekanat Bukarest 1265/1922, 14. 6. 1922, Dekanat Bukarest an Landeskonsistorium Hermannstadt. Es war dies der ehemalige China-Missionar Richard Zimmerling; zu seiner Biografie vgl. Bukarester Gemeindeblatt (26) 1930, Nr. 29, 20. 7. 1930. Ihm folgte 1926 – 1935 sein Sohn Helmut Zimmerling und 1938 – 1940 Pfarrer Breyvogel.

(39)  LA Hermannstadt/Sibiu, Dekanat Bukarest 6335/1924 – 1925, 12. 4. 1925, Pfarrämtlicher Bericht über die Gemeinde Konstanza – Anadolchioi. Er war maßgeblich an der Entscheidung über die Unterstellung unter die Evangelische Landeskirche A. B. in Siebenbürgen beteiligt, was ihm in der Dobrudscha nicht nur Sympathien einbrachte. Ortspfarrer von Constanţa: Fritsche (August1919 – Januar 1921), Josef Scheiner (Nov. 1921 – ?); Christian Müller (1936 – 1940).

(40)  Kirchliche Blätter (16) 1924, Nr. 23, 5. 6. 1924, »Das Bukarester Dekanat im Jahre 1923«.

(41)  LA Hermannstadt/Sibiu, Dekanat Bukarest 6335/1924 – 1925, Zimmerling: Bericht über Cogealac/Tariverde (1925), sowie ein Überblick in: Heimatkalender für die deutschen Bewohner Bessarabiens und der Dobrudscha 1932: Das Kirchspiel Cogealac-Tariverde, S. 88–94. Pfarrer: Richard Zimmerling (1924 – 1926), Helmut Zimmerling
(1926 – 1930), Vakanz (1931 – 1932), Benjamin Wildermuth (1932 – 1940).

(42)  Da diese Regelung von der in der Landeskirche üblichen Satzung abwich, genehmigte das Dekanat Bukarest
diese jeweils für die dobrudschadeutschen Gemeinden. Vgl. LA Hermannstadt/Sibiu, Dekanat Bukarest
1484/1922, 13. 2. 1922, Dekanat Bukarest an Landeskonsistorium Hermannstadt.

(43) LA Hermannstadt/Sibiu, Dekanat Bukarest 3602/1925, 19. 8. 1925, Dekantsentscheidung. 1927 wurden die Gemeindeverfassungen dem neuen Kirchenstatut angepasst.

(44) Vgl. die Zusammenstellung in: LA Hermannstadt/Sibiu Dekanat Bukarest 23/1923, 27. 1. 1923, Verzeichnis sämtlicher Gebäude der dem Dekanat Bukarest zugehörigen Gemeinden. Als Beispiele seien Atmagea, Tariverde, Culelia, Alacap oder Sofular erwähnt.

(45) Kirchliche Blätter, Anm. 40. Der größte Teil der Zuschüsse kam vom Dekanat Bukarest, das z. B. 1923 Beihilfen von 5000 Lei für Atmagea, 5000 für Catalui und 15 000 für Cobadin sowie 7000 Lei Vorschuss für Atmagea und 14 000 für Cobadin aufbrachte.

(46) BA R 57 / 1030, Gustav-Adolf-Stiftung, Unterstützungsplan für das Jahr 1932. So wurden z. B. 1926 – 1932 die Pfarrstellen Constanţa, Cogealac, und Atmagea bezuschusst. Auch der Kirchbau in Tariverde wurde vom Gustav-Adolf-Verein unterstützt.

(47) So z. B. LA Hermannstadt/Sibiu, GZ 36/1933, Bericht über das Hilfswerk der Landeskirche für 1932. Dazu auch die Darstellung des Referenten des Hilfswerks, Hermann Jekeli: Das Hilfswerk für arme Gemeinden der evang. Landeskirche A. B. in Rumänien. Hermannstadt 1931. Das Konsistorium machte jedoch die Spenden von geordneten Verhältnissen in den Gemeinden und von Verwendungsnachweisen abhängig. 1934 wurden z. B. Constanţa 37 000 Lei verweigert, da in der Gemeinde starke Unstimmigkeiten bestanden und zudem seit längerer Zeit keine Berichte nach Hermannstadt gesandt worden waren. LA Hermannstadt/Sibiu, GZ 50/1934, 16. 6. 1934, Landeskonsitorium Hermannstadt an Bezirkskonsistorium Bukarest.

(48) Rumänische Gesetze, die die Minderheitenschulen betrafen, waren der Minderheitenschutzvertrag (10. September 1919), das Partikularschulgesetz (30. Juni 1924), das Gesetz über Privatschulunterricht (22. Dezember 1925), das Volksschulgesetz (26. Mai 1939) sowie das Kultusgesetz (5. April 1928).

(49) PA Ges Bukarest I E 5, 8. 7. 1932, Konsulat Constanţa an Gesandtschaft Bukarest. Auch in kleinen Gemeinden wurde die Grenze überschritten, so in Mangeapunar (64), in Sarighiol (74), in Palazul Mare (60), in Alacap (29), in Caratai (30), in Malcoci (45), in Colelia (70) und in Horoslar (23).

(50)  LA Hermannstadt/Sibiu, Dekanat Bukarest 163/1926, Gebietsbericht Constanţa [undatiert].

(51)  PA Ges Bukarest I E 5, 8. 7. 1932, Konsulat Constanţa an Gesandtschaft Bukarest.

(52)  Kirchliche Blätter 13 (1921), Nr. 42 vom 12. 11. 1921.

(53)  Kirchliche Blätter (11) 1919.

(54)  Kirchliche Blätter (16) 1924, Anm. 40.

(55)  Kirchliche Blätter (9) 1927, Nr. 28, 14. 7. 1927.

(56)  Deutsche Zeitung Bessarabiens 31. 5. 1933.

(57) W.Häußler:Derdeutsche Lehrer in der Dobrudscha.In:DeutscheZeitungBessarabiens22.10.1933.

(58) LA Hermannstadt/Sibiu, Dekanat Bukarest 6335/1924 – 1925, 12. 4. 1925, Pfarrämtlicher Bericht über die Gemeinde Konstanza – Anadolchioi.

(59) PA Ges Bukarest Geh 22, 24. 1. 1929, Aufzeichnung zur Frage des Öffentlichkeitsrechts für die evangelische Primarschule in Konstanza.

(60) Christian Speitel: Die deutschen Volksschulen in der Dobrudscha. In: JbDD (5) 1960, S. 129–133.

(61) LA Hermannstadt/Sibiu, Dekanat Bukarest 6335/1924 – 1925, 12. 4. 1925, Pfarrämtlicher Bericht über die Gemeinde Konstanza – Anadolchioi. Wie bereits vor dem Ersten Weltkrieg besuchten viele nichtdeutsche Kinder die Schule. 1919/20 waren in den Primarklassen 44 von 184, 1920/21 68 von 206, 1921/22 69 von 229, 1922/23 90 von 239, 1923/24 84 von 206 und 1924/25 71 von 228 Schülern Deutsche. Im Sekundarkurs 1922/23 waren 5 von 31, 1923/24 19 von 36 und 1924/25 10 von 59 deutschsprachig.

(62) Speitel: Die deutschen Volksschulen in der Dobrudscha, Anm. 60.

(63) Vgl. PA Ges Bukarest Geh 22, 26. 2. 1929, Gesandtschaft Bukarest an AA; ebd., 16. 7. 1929, Gesandtschaft Bukarest an AA.

(64) Bukarester Gemeindeblatt (27) 1931, Nr. 39 vom 27. 9. 1931.

(65) Bukarester Gemeindeblatt (28) 1932, Nr. 21 vom 22. 5. 1932.

(66) Michael Hartmann: Die erste deutsche Volksschule einer Dorfgemeinde in der Dobrudscha. In: JbDD (5) 1960, S. 152–155, sowie BA Koblenz R 57 neu / 55 und 99: Stumpp: Das Deutschtum in der Dobrudscha, sowie ebd. R 57 neu / 853: 27. 2. 1940, Siebenbürgisch-deutsches Tagblatt.

(67) Josef Sallanz (Hg.): Die Dobrudscha. Ethnische Minderheiten – Kulturlandschaft – Transformation. Ergebnisse eines Geländekurses des Instituts für Geographie der Universität Potsdam. Potsdam 2005. Sallanz, S. 16, gibt an: Gesamtbevölkerung der Dobrudscha 971 643, davon: 883 620 Rumänen (90,94 %), Türken 27 589 (2,84 %), Tataren 23 409 (2,41 %), 21 623 Lipowaner (2,23 %) und Deutsche 398 (0,4 %).