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Editorial 1/2021

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Eine bürgerliche Wandergruppe in der Hohen Tatra, Anfang des 20. Jahrhunderts. Das historische Foto auf dem Umschlag dieser Ausgabe der Spiegelungen stimmt ein auf den Themenschwerpunkt – die Karpaten, die in dieser und der nächsten Ausgabe der Spiegelungen aus einer transnationalen kulturgeschichtlichen Perspektive betrachtet werden.

Den Interaktionen und Imaginationen im Karpatenraum widmen sich exemplarisch die wissenschaftlichen Aufsätze. Die thematische Initiative der Mitherausgeberin Raluca Cernahoschi (Bates College, Lewiston, USA) hat sich eines so breiten Echos erfreut, dass der Themenschwerpunkt auf zwei Hefte aufgeteilt worden ist. Dabei fanden auch englischsprachige Texte Eingang in die Auswahl. Der zeitliche Bogen spannt sich vom 18. Jahrhundert bis in die Zeit der kommunistischen Diktaturen, vermittelt werden Innen- und Außensichten auf die Bergwelt und die in ihr lebenden Menschen.

Mit den bürgerlich gekleideten Ausflüglern auf dem Titelfoto kontrastieren drei Aufnahmen rumänischer Schafhirten, die einen sehr persönlichen Text von Klaus Niedermaier illustrieren – eine Wanderung durch Zeiten und Räume eines besonderen Abschnitts der transsilvanischen Karpaten.

Für den Literaturteil konnten in bewährter Weise wieder Texte wichtiger Autorinnen und Autoren eingeworben werden. Dana Grigorcea, Karin Gündisch, Christian Konnerth, Eginald Schlattner, Alexandru Bulucz, Thomas Perle, Ilse Hehn, Franz Hodjak und Dana Ranga stehen für die Vielfalt der Literaturen aus und über Südosteuropa. Einige ihrer Texte steuern weitere, subjektive Sichtweisen auf die Karpaten bei.

Im Feuilleton wird noch einmal Rijeka als Europäische Kulturhauptstadt gewürdigt, diesmal aus dem Blickwinkel der Stadtschreiberin Alexandra Stahl. Buchbesprechungen literarischer und wissenschaftlicher Neuerscheinungen helfen bei der Orientierung in diesem weiten Feld. Ein Interview, das Klaus Hübner mit der serbischen Schriftstellerin Barbi Marković geführt hat, gewährt interessante Einblicke in ihr mehrsprachiges Schreiben. Auch in diesem Heft werden wieder verdiente Persönlichkeiten gewürdigt, während die Rubrik »Forum« eindrucksvoll dokumentiert, dass das IKGS und seine Mitarbeiter/innen auch in Zeiten der Corona- Pandemie im kulturellen und wissenschaftlichen Leben präsent sind und auch die derzeit geltenden Reisebeschränkungen kollegiale und freundschaftliche Verbindungen im In- und Ausland nicht abreißen lassen.

Zum Jahresanfang 2021 hat Tobias Weger von Florian Kührer-Wielach die redaktionelle Verantwortung für die Spiegelungen übernommen. Der halbjährliche Rhythmus der Zeitschrift, ihr Profil und die bewährte Trias von wissenschaftlichen, literarischen und feuilletonistischen Beiträgen bleiben von diesem Wechsel natürlich unberührt. Die Zeitschrift lebt von der engen Zusammenarbeit von Autor/innen, Ressortleiter/innen, Rezensent/innen, Redakteur/innen und Gutachter/innen sowie von der Rezeption durch den Leserkreis im In- und Ausland. Allen, die am Zustandekommen dieser Ausgabe ihren Anteil hatten, danken wir für ihre Mitarbeit. Unseren Leserinnen und Lesern wünschen wir wie immer eine angeregte Lektüre.

 

Ihre

Spiegelungen-Redaktion

Erfahren Sie hier mehr über dieses Heft.

 

Erschienen in: Spiegelungen. Zeitschrift für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas, Heft 1 (2021), Jg. 16, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, S. 7–8.

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